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Reisebriefe

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Etappe von den Azoren nach Warnemünde    Etappe von Warnemünde nach Gävle in Schweden

Das Neuste


Gävle - Gotland (2.Juni - 11.Juni 2007)

Und so war es dann so weit, am 2. Juni nahmen wir von allen Lieben in Schweden Abschied. Das ist uns wirklich schwer gefallen. Aber gleichzeitig sind wir natürlich sehr gespannt was uns unsere Reise bringt.
Ein starkes Hochdruckgebiet über Skandinavien - herrliches Sommerwetter - das bedeutet aber auch wenig Wind.
So wir segeln jeden Tag so lange wir Wind haben. Von Gävle sind wir vorbei an Öregrund bis nach Grisslehamn in Etappen gesegelt. Von Grisslehamn bekamen wir herrlichen nördlichen Wind der uns an den Stockholmer Scheren vorbei zur Insel Gotska Sandön führte. Von dort segelten wir weiter nach Gotland. Gotland ist Schwedens grösste Insel und hat eine herrliche Natur. Wir sind entlang der Gotländischen Küste bis nach Visby, der grössten Stadt auf Gotland, gesegelt. Hier bleiben wir jetzt ein paar Tage und sehen uns ein wenig um. Visby hat eine wunderschöne Altstadt.

Bis bald!

Gotland - Öland - Bornholm (11.Juni - 22.Juni)

Visby ist wirklich eine schöne Stadt. Es gibt viel zu sehen und viele Hügel rauf und runter zu gehen. Ihr hättet mal Rolfs Kommentare hören sollen. Unsere letzte Nacht in Visby bekamen wir nicht viel Schlaf, ein harter Wind lag auf dem Hafen und viele extra Leinen wurden gespannt. Am Freitag morgen hatte es sich aber wieder beruhigt und wir segelten weiter mit Kurs auf Öland. Wir hatten eine herrlich Überfahrt, naja so gut wie. Ein par Stunden vor Öland hat uns wieder einmal der Wind verlassen und wir mussten mit dem Motor helfen. Genau zum Sonnenuntergang waren wir dann in Byxelkrok im Hafen. Oh, und welch ein Sonnenuntergang! Byxelkrok ist ein richtiges Urlaubsparadies. Ein kleiner Hafen mit Fischerbooten und allem erdenklichen Service. Nächsten Tag hatten wir auch kein Glück mit dem Wind, immer von vorn. Aber so am Sonntag Nachmittag gab es nichts was Rolf noch halten konnte und wir segelten weiter in Richtung Süden. Der Wind kam immernoch aus der gleichen Richtung und wir waren gezwungen zu kreuzen. Allso im Zickzack gegen den Wind zu segeln. Das bedeutet praktisch, dass man ungefährt 2-3 mal so weit segelt als die Strecke lang ist. Aber wenn man nichts anderes zu tun hat....! Spät am Abend kamen wir zum nächsten Hafen in Sandvik. Da waren wir wirklich müde. Schnell noch etwas essen und dann nichts wie ins Bett. Am nächsten Morgen hatten wir einen besseren Wind und nach dem Frühstück um 11:00 Uhr segelten wir weiter. Mal von einigen Regenschauern abgesehen, bekamen wir eine angenehme Reise und gegen 20:00 Uhr waren wir in Kalmar. Der Hafen liegt hier im Stadtzentrum, das ist natürlich angenehm wenn man Besorgungen machen will. Aber uns ist es hier ein wenig zu laut. Wir haben dann noch eine Änderung an unserer Trinkwasserversorgung vorgenommen und dann ging es weiter in Richtung Süden. Unsere nächste Etappe ging bis nach Degerhamn. Neben einer gigantischen Zementfabrik liegt ein kleiner Bootclub der Gastplätze vermietet. Am nächsten Morgen liessen wir noch den Nebel vorbeiziehen und dann ging es weiter. Aus dem Kalmarsund mussten wir herauskreuzen. Dann bekamen wir die vom Wetterbericht versprochene Windrichtung. Wir hatten eine angenehme Überseglung nach Bornholm. Nach 27 Stunden segeln waren wir dann richtig fertig und sind nur noch ins Bett gefallen. Gegen Morgen weckte uns aber ein gewaltiger Wind und Regen. Wir waren gezwungen noch ein paar extra Leinen zu ziehen, damit sich unser Boot nicht losreissen konnte. Die Windstärke war dann bis nach dem Mittag 15 - 23 m/s. Wir liegen in Rönne, der grössten Stadt auf Bornholm. Hier trifft man fasst nur deutsche Touristen und Segler, kaum schwedische Boote. Die Insel ist wirklich Sehenswert.
Bleibt alle gesund!

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Bornholm - Rostock (23.Juni - 9.juli 07)

Am 23. Juni waren die Wetteraussichten so gut, dass wir unsere Reise nach Deutschland beginnen konnten. Wir hatten ungefährt 2 Stunden von Bornholm in Richtung Westen gesegelt, als unser GPS anzeigte, dass wir nach Süden unterwegs waren!? Dann segelten wir plötzlich mit 7,5 knoten, ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal so schnell gesegelt sind!? Dann zeigte das Gerät plötzlich unterschiedliche Positionen an, so als ob wir hin und her sprangen. Aber das war kein Wunder, der GPS-puck war voll Kondenswasser. Also wir drehten um und nahmen wieder Kurs auf Rönne. Nun war es inzwischen Samstag Nachmittag und alle Geschäfte hatten geschlossen. Wir konnten nichts anderes machen, als bis Montag zu warten. Am Montag beställten wir dann einen neuen Puck, den wir am Dienstag bekommen sollten. Aber nun hatten wir keine Eile mehr, da sich das Wetter wieder verschlechtern sollte. Am Dienstag vertrieben wir uns die Zeit mit einer Bustur über die Insel. Da bekamen wir ein ganz Teil zu sehen. Die Leute auf Bornholm sind uns wirklich sympatisch. Vor allem den Hafenmeister in Rönne-Norrekaas werden wir nicht so schnell vergessen. Dienstag Abend kam dann das Unwetter. Aus einer harten Wind-Warnung war eine Sturmwarnung geworden. Die Windstärke lag bei 27m/s und der Sturm tobte bis zum Mittwoch Nachmittag. Man kann garnicht beschreiben was das für ein Heidenlärm war. Einige wurden Seekrank owohl das Boot im Hafen lag. Wir waren mit 8 Leinen vertäut. Dann hatten wir weitehin harten Wind. Am Donnerstag bekamen wir dann entlich wieder etwas Ruhe. Die Wellen waren allerdings immernoch sehr hoch und uns taten die Charterboote leid, die gezwungen waren abzusegeln um ihren Rückgabetermin einhalten zu können. Aber am Freitag war es dann auch für uns Zeit wieder weiterzusegeln. Gegen Mittag ging es los. Für mich waren die Wellen zwar noch zu hoch aber Rolf fand das alles o.k. war. Wie immer hatten wir den Wind von vorn. Nachts nahm der Wind zu, so dass wir unser Grossegel reffen mussten. Am Samstag Vormittag bekamen wir ein wenig Ruhe so dass wir richtig essen konnten. Rolf versuchte sich unten im Boot hinzulegen aber die Wellen waren zu unruhig. Am Nachmittag wurde der Wind wieder stärker und die Wellen noch grösser, die Windrichtung war so ungünstig, dass wir kreuzen mussten. Unser Ziel direkt nach Wismar zu segeln gaben wir nun für Rostock auf. Wir brauchten beide Schlaf. So nach 34 Stunden kamen wir dann am 30.Juni um 22.00 Uhr in Rostock-Warnemünde an. Wir haben uns direkt am Meer in den Yachthafen Hohe Düne gelegt.
Hier bleiben wir ca eine Woche um Verwandschaft und Freunde zu treffen.
Ja, und was haben wir unter dieser Etappe gelernt?:
Salzwasser findet Löcher ins Boot rein, welche wir noch nicht entdeckt hatten!
Arme und Beine können wie ein Regenbogen aussehen!
Der rostfreie Herd ist härter als meine Nase (glaubt nicht dass ich euch Bilder davon zeige)!
Man kann 34 Stunden wach sein (wir haben das inzwischen aufgeholt)!
Bis bald!

Wir hatten eine wunderbare Zeit in Rostock mit Familie und Freunden. Wir wollen Euch allen nochmal ganz herzlich danken. Wir haben uns umgesehen und wurden von allen verwöhnt.
Um von unserer Marina nach Wanemünde zu kommen, benutzten wir die Barkasse "Sylvia". Mit dem Kapitän hatten wir viel Spass. Das unsere Marina so nahe an der Hafenausfahrt lag war ein Vorteil, es gab immer etwas zu sehen. Beim Hafentag tanzten sogar die Schlepper. Habt Ihr schon mal Schlepper Walzer und Boogie tanzen sehen? Jeden Tag kamen grosse Kreuzschiffe und machten gegenüber fest. Am besten war es wenn sie wieder ablegten. Ein Schiff von den Bahamas bekam eine besonders aufwendige Verabschiedung. Das war Musik "Time to say goodbye", viele kleinere Boote die dem Schiff bis an die Hafenausfahrt Gesällschaft leisteten und signalierten, und als Krönung ein Feuerwerk. Gänsehaut! Es war für uns auch der letzte Abend in Rostock und wir genossen "unsere" Verabschiedung.

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Rostock - Kiel ( 10.Juli - 15.Juli 07)

Wir segelten von Rostock bis Kühlungsborn und von dort am nächsten Tag nach Grossenbrode-Fähre. Die Etappe zwischen Kühlungsborn und Grossenbrode war wieder sehr anstrengend. Harte Winde und hohe, kurze Wellen. Wir waren froh als wir entlich im Hafen waren. Die Marina Grossenbrode-Fähre wird von einer Familie betrieben. Wir bekamen einen guten Platz im Hafen und merkten kaum etwas von dem Wind der noch immer draussen heulte. In Grossenbrode-Fähre haben wir uns bis jetzt am wohlsten gefühlt. Alle waren unglaublich nett und hilfsbereit. Unser Vorsegel war auf der Reise dorthin kaputtgegangen und wir bekamen sofort von den Dauerliegern im Hafen Hilfe. Hartmut und Monika fuhren uns zum Segelmacher und alles war nach nur einem Tag wieder in Ordnung. Die Ausstattung in der Marina ist erstklassig und bis zum nächsten Ort sind es nur 3 km, welche man mit den geborgten Fahrrädern leicht bewältigt. Wenn alles wie geplant geht, legen wir auf unserer Heimreise wieder dort an.
Wir bekamen wieder Besuch von lieben Freunden, welche uns auf einen Ausflug auf die Insel Fehmarn mitnahmen.
Aber wie wohl wir uns auch gefühlt haben, so müssen wir weitersegeln. Am Sonntag Morgen wehten schwache Winde aber der Wetterdienst versprach besseren Wind von Ost - Nordost. Genau was wir uns schon lange gewünscht hatten. Wir segelten los und konnten nach 8 Stunden in Kiel-Holtenau wieder festmachen.

Nord-Ostsee-Kanal (16. Juli - 19.Juli 07)

Die erste Kanalfahrt wartete auf uns. Wir hatten unseren Wecker auf 4:00 Uhr morgens gestellt und waren ganz sicher, dass andere Segler auch wach sein würden. Aber das konnten wir vergessen. Wir wollten gern zusammen mit einem anderen Segelbåt in die Schleuse gehen, da es für uns das erste Mal war. Kurz vor 7:00 Uhr hatten wir dann jemanden gefunden und funkten den Schleusenwärter an. Der sagte, dass wir kommen konnten, aber auf die Einfahrtsignale an der Schleuse achten sollten. Natürlich kam da noch ein grösseres Fahrzeug, welches Vorfahrt hatte. Wir warteten bis die angelegt hatten und fuhren dann auch in die Schleuse. Es war viel einfacher als wir uns das gedacht hatten. Man macht an sehr niedrigen Stegen fest und geht dann zum Schleusenwärter um für die Durchfahrt des Kanales zu bezahlen. Die Niveaudifferenz war ganz gering und nach kurzer Zeit fuhren wir aus der Schleuse in den Kanal. Mit unserem elektrischen Motor können wir ja nicht besonders schnell fahren, was uns normalerweise nichts ausmacht. Aber nun war es schon ein bisschen frustrierend. Nach einiger Zeit vergassen wir das aber, denn es gab die ganze Zeit viel zu sehen. Die Landschaft entlang des Kanales ist schön, wir hörten die Vögel singen und sahen uns die vielen grossen Schiffe in Ruhe an. Für die Durchfahrt hatten wir zwei Tage eingeplant. Gegen Mittag erreichten wir Rendsburg und machten in der Marina Rader Inseln fest.
Ein ungewöhnlich heisser Tag.
Am nächsten Tag hatte sich das Wetter wieder geändert und wir bekamen Winde um Stärke 5 aus Südwest-West. Da hatten wir mit unserem Motor keine Lust loszufahren. So wir warteten wiedereinmal auf bessere Winde. Unsere Reise hat bis jetzt länger gedauert als wir berechnet hatten. Aber ständig gegen harte Winde ankämpfen ist nicht das, was wir haben wollen. Das man Segeletappen in hartem Wetter nicht immer vermeiden kann, ist ja eine ganz andere Sache. Am Mittwoch fuhren wir dann weiter durch den Kanal, aber leider hatten wir starken Gegenwind. Wir waren allso gezwungen noch eine Nacht im Kanal anzulegen. Da das Ziel aber nun schon Nahe war, genossen wir den Abend trotzdem. Heute am 19. Juli sind wir nun in Brunsbüttel angekommen und Morgen früh mit der Tide gehen wir raus in die Elbe und von dort in die Nordsee. Wenn das Wetter mitspielt, wollen wir nach Helgoland segeln. Nun werden wir bald sehen, ob wir das mit den Gezeiten richtig verstanden haben. Aber zum Glück gibt es ja fast immer jemanden, den man fragen kann.

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Brunsbüttel - Helgoland - Scheveningen(Holland) - Nieuwpoort(Belgien) - Dieppe(Frankreich)
20.Juli - 13.August

Am 21. Juli war dann das Wetter entlich auf unsrer Seite so dass wir in die Elbe ausschleusen konnten. Mit der ersten Tide segelten wir nach Cuxhaven. Dort warteten wir auf die Nächste um mit dem Strom aus der Elbe heraus in die Nordsee zu kommen. Helgoland kann man ja nicht verfehlen. Aber wohl angekommen sassen wir auch schon wieder fest. Harte Winde oder Wind aus der falschen Richtung lockten vor allem mich nicht zur Weiterreise und wir verbrachten 10 Tage auf Helgoland. Am Anfang war der Hafen sehr voll, aber nach und nach reisten die Boote ab die südlich oder östlich zum Festland wollten. Helgoland ist wirklich herrlich, wer dort über Langeweile klagt, hat selber Schuld. Wir sind viel gewandert, haben im Schwimmbad gebadet und waren auf der Nachbarinsel Düne.
Am 1. August war es dann aber so weit, die ersten Stunden waren wir zwar gezwungen zu kreuzen, aber dann bekamen wir einen guten Wind von Süd und am nächsten Tag von NW. Jetzt bekamen wir auch entlich unseren ersten Fisch, ein Hornhecht. Ausreichend gross zum braten. Wir konnten bis nach Scheveningen in Holland segeln. Kurz vorm Hafen bekamen wir wieder SW-Wind gleichzeitig wie die Strömung gegen uns drehte. So wir segelten einfach allen holländischen Booten hinterher in den Hafen rein. 2 Tage später bekamen wir Wind von
S-SO und wir segelten weiter in Richtung Frankreich. An Rotterdam kamen wir ohne Probleme vorbei, wir fanden eine grosse Lücke zwischen den Schiffen. Aber so segelten wir ja auch Sonntags vorbei und die Holländer hatten uns gesagt, dass da etwas weniger Verkehr ist. Ausserhalb von Zeebrugge verschwann der Wind, gegen Morgen bekamen wir dann harten Wind von W der dann zum Nachmittag auf SW zurückdrehte. Und da waren wir dann in der Nähe von Nieuwpoort. Wind und Gezeiten trafen mal wieder die Wahl des Hafens für uns. Der SW-Wind blieb uns auch am nächsten Tag erhalten, so wir schauten uns ein wenig in der Stadt um. Eine gemütliche Atmosphäre und nette Leute. Im Hafen liegen 3 Marinas mit gesamt 1000 Bootplätzen. Nachmittags am 10. August verliessen wir dann Nieuwpoort um in den Ärmelkanal zu segeln. Wir hatten Wind bis Calais. Da wir keine lust hatten den Hafen anzulaufen, schaukelten wir bis zum Morgen um mit dem nächsten Gezeitenstrom die Dover Strait zu passieren. Das funktionierte auch ganz prima. Der Verkehr ist dicht an dieser Stelle, aber wir hatten gute Sicht und fühlten uns sicher. Man sah von Weitem in welche Richtung und wie schnell die Schiffe fuhren. Ein bisschen Wind bekamen wir zur Hilfe. Am Tag kam und ging der Wind mehrmals für uns und zum späten Abend wurde es fast windstill. Wir blieben draussen im Ärmelkanal und schaukelten bis zum Morgen. Kurz vorm Sonnenuntergang hatte Rolf noch verschiedene Angelköder ausprobiert und so plötzlich..... 6 Makrelen auf ein Mal. Danach durfte er dann nicht mehr angeln, wir müssen ja die Fische auch aufessen können. Das Schönste mit der Nachtwache hier ist das Meeresleuchten. Das Wasser um das Boot herum leuchtet wie ein Sternenhimmel, Millionen von kleinen Diamanten. Sogar die Fische, die in der Nähe der Oberfläche jagen, erzeugen ein Meeresleuchten. Ich konnte die leuchtenden Silhuetten im Wasser sehen. Gegen Morgen lagen wir dann unseren Kurs auf Dieppe. BBC droht mit Schlechtwetter und bis zu unserem nächsten Etappenziel ist es noch weit. Hier in Dieppe ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut 8 Meter. Das einzige was wir davon merken ist, dass es unterschiedlich schwer ist, den Landgang hoch zu kommen. Der Hafen liegt nahe am Stadtkern, trotzdem ist es Nachts ganz ruhig. Wir sind jetzt in der Normandie und man trifft überall auf die historischen Ereignisse vom 2. Weltkrieg.
Bis jetzt haben wir Häfen auswählen können, wo man zu jeder Tageszeit einlaufen kann. Das macht die Planung unserer Etappen viel einfacher. Nun werden wir die Stadt anschauen und unseren Vorrat auffüllen.

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Dieppe - Cherbourg - Alderney (Kanalöarna) - Camaret
(14. August - 31. August)

Auch in Dieppe waren wir gezwungen länger zu bleiben als wir eigentlich wollten. So wir wanderten viel durch die Stadt und am Strand und trafen uns mit anderen Seglern. Wir lagen mit unserem Boot ganz nahe am Kai und jeden Tag wurden wir von vielen Leuten beguckt. Das war am Anfang ja ganz lustig, aber irgenwann hatten wir wirklich die Nase voll. So als wir entlich einen Wetterbericht bekamen der uns erträglich schien, segelten wir weiter. Alle Wetterdienste die wir auf dem Internet kontrollierten, hatten ungefähr die gleiche Prognose. Frische Winde, eine Kalltfront sollte Nachts schnell durch das Gebiet ziehen und danach sollte es sich schnell wieder beruhigen. Ja und eines hatten diese Prognosen gemeinsam: sie waren falsch. Das einzige was stimmte waren die Windrichtungen. Wir segelten in harten Winden bis nach Cherbourg. Für die Reise brauten wir 24 Stunden und bei dem Seegang konnte keiner von uns beiden schlafen. Nicht genug mit dem schlechten Wetter - unser Autopilot gab auch noch seinen Geist auf. Nun mussten wir den grössten Teil der Strecke handsteuern und das war anstrengend. In Cherbourg angekommen warfen wir Anker im Vorhafen, wir wollten erstmal essen und hofften darauf, dass sich der Wind beruhigen sollte. Wir hatten gerade das Essen fertig als der Hafenmeister mit seinem Gummiboot auftauchte. Es waren noch Plätze frei im Hafen und das Wetter sollte noch schlechter werden! Da gab es nicht viel nachzudenken, wir nahmen seine Einladung an. Als wir in die Marina reinkamen wurden wir vom Hafenpersonal und ein paar Bootnachbarn entgegen genommen. Wir müssen wirklich sehr müde ausgesehen haben. Die Tage in Cherbourg verbrachten wir damit das Boot innen wieder richtig trocken zu bekommen, Wäsche waschen, Vorräte füllen usw.
Und natürlich liebe Treffen mit anderen Seglern.
Wir kauften einen neuen Autopiloten und als das Wetter entlich besser wurde warfen wir die Leinen los. Wir machten eine Zwischenlandung auf Alderney (Kanalinseln) und segelten dann weiter in Richtung Biscaya. Um die Kanalinseln herum hat man starke Strömungen, da muss man genau rechnen, damit man zur richtigen Zeit kommt und abgeht. Das Wasser sieht Stellenweise aus als ob es kocht und zerrt das Boot hin und her.
Wir segelten in frischen Winden weiter bis nach Camaret an der Biscaya. Kurz vor unserer Passage durch den Chenal du Four sahen wir unsere ersten Delfine. Den Chenal kan man nur bei südlicher Strömung passieren, so Rolf machte unserer Yvette mehr Dampf, damit wir zur rechten Zeit ankamen. Spät Abends waren wir dann in Camaret und warfen Anker im Schutz der Steilküste. Wir ruhten uns zwei Tage aus und fuhren dann zur Marina auf der anderen Seite der Bucht. Es war so langsam Zeit sich über die Biscaya Gedanken zu machen.
Auch hier trafen wir wieder auf "Blue Nose" und wir verbrachten einen herrlichen Abend dort an Bord.
Rolf reparierte unseren Generator und ich machte ein par Einkäufe. Wir verbrachten ein par Stunden mit unserem netten, französischen Bootnachbarn. Er gab uns unglaublich viele Tips über die Region, Spanien und Portugal. Es gelang ihm sogar mir die grösste Angst vor der Biscaya zu nehmen. Er sagte, dass wir es in Spanien und Portugal sicher herrlich haben werden. Ein freundliches Lächeln, ein par Worte Spanisch und ausserdem habe ich die richtige Haarfarbe. OK?!

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Biscaya (31. August - 3. September)

Am 31. August verliessen wir also Frankreich mit dem Ziel La Coruna in Spanien. Unser erster Tag auf der Biscaya war recht ruhig. Am Abend bekamen wir Gesellschaft von einigen Delfinen, sie schwammen mit uns ein gutes Stück und es war ein herrliches Gefühl diese fantastischen Tiere zu beobachten. Die erste Nacht war ganz ruhig. Am Morgen bekamen wir wieder Besuch von Delfinen. Etwas später rief Rolf das er einen Wal gesehen hat. Jaja, dachte ich und ging an Deck um zu gucken. Da war er wieder und diesmal etwas näher. Ich holte schnell den Fotoapparat und wir warteten wie angenagelt ob wir ihn nochmal zu sehen bekommen. Naja, ein Foto bekam ich nicht zu stande. Wir erschreckten uns viel zu sehr als der Wal nur ca 5 Meter von uns entfernt, neben dem Boot auftauchte, guckte und dann langsam wieder abtauchte und verschwann. Welch ein Gefühl! Wir glauben das es ein Heringswal war.
Wir haben noch mehrmals Wale und Delfine gesehen und auch ein bisschen filmen können.  An unserem letzten Tag auf der Biscaya bekam Rolf plötzlich etwas Grosses an die Angel. Er versuchte noch das Boot umzudrehen aber da war nichts zu machen, der Fisch nahm den Köder und die ganze Angelleine mit und bedankte sich nicht mal. Unter der dritten Nacht auf der Biscaya nahm der Wind dann zu und als wir uns der Spanischen Küste näherten, wurden auch die Wellen immer grösser. Wir legten unseren Kurs um auf Corme und nach 3 1/2 Tagen warfen wir entlich wieder Anker.

Spanien (3. September - 26.September 2007)

Wir blieben 2 Tage in Corme und sind dann 20 nm weiter nach Süden in die Ria de Camariñas gesegelt. Dort haben wir dann entlich den Sommer gefunden. 35 grad C unter unserem Sonnendach an Deck, da versteht man gut, dass man hier eine Siesta hat. Wir blieben fast eine Woche im Hafen, der Ort und die Leute waren uns sehr sympatisch. An einem Tag trafen wir unseren Hafenmeister, "muchos sardiñas, muchos sardiñas" rief er und zeigte zu den Fischerbooten. Da wurden wir neugierig und versahen uns mit einer Plastetüte und ein wenig Geld. Und wirklich, die Boote waren bis zum Rand voll mit Sardinen in Holzkisten gefüllt. Alle waren überglücklich und gaben uns armen Seglern gern einen Beutel voll ab. Als wir bezahlen wollten, winkten sie nur ab. Wir teilten die Sardinen mit einem anderen Boot, wir konnten unmöglich alle allein aufessen. Und während ich mich um die Fische kümmerte, half Rolf bei dem Fischerboot mit.
Nun war es an der Zeit die "Costa del Morte", die Küste des Todes, zu verlassen. Überall an dieser Küste stehen viele Windkraftwerke, und die stehen hier nicht ohne Grund.
Wir segelten in schönen Tagesetappen nach Finisterre und Muros. In Muros konnten wir uns nur ausserhalb vor Anker legen. Nordöstlich des Ortes war ein Waldbrand ausgebrochen und der Ort lag in dichten Rauch eingehüllt. In der Zeitung stand, dass ca 1000 ha brannten. 6 Flugzeuge und 2 Hubschrauber arbeiteten mit der Brandbekämpfung aus der Luft, die holten Wasser direkt aus dem Meer. So am nächsten Morgen segelten wir gleich weiter nach Riveira. Dicht an der Küste lang zu segeln kann hier manchmal schwierig sein. Der Wind dreht oft, verschwindet oder wird enorm verstärkt. Alles durch die hohe Küstenlandschaft.
Riveira ist eine etwas grössere Stadt, die von der Fischindustrie lebt. Und das scheinbar gut, da überall gebaut wird. Von Riveira machten wir auch einen Bussausflug nach Santiago de Compostela. Wir hatten soviel über den Wallfahrtsort gehört, dass wir ihn gern selbst sehen wollten. Und es war wirklich die Reise wert. Auch die Bussfahrt war ihr Geld wert. Morgens ging der Buss über die Autobahn, aber am Abend fuhren wir dann Landstrasse durch alle Dörfer. Rolfs Kommentare waren am besten: oj, ojojoj, oh wie wird denn das gehen. Die Bussfirma hiess "Arriva", da versteht ihr vielleicht, dass es schnell ging.
Von Riveira segelten wir dann weiter zu den Inseln Islas Cies, ein Naturschutzgebiet, das man teilweise betreten darf. Dort fühlten wir uns wirklich wie im Paradies. Wir wanderten umher und genossen die fantastische Natur, die atemberaubenden Aussichten und das tolle Wetter. Zum Wochenende kamen viele Spanier zu den Inseln, aber es wurde nie laut oder stressig. Bei den Inseln trafen wir wieder liebe Bekannte und Sverker, einen schwedischen Segler. Die spanischen Motorboote schienen unsere schwedischen Segelboote zu mögen. Sverker hatte seinen Anker mit einem kleinen Ankerball markiert, welchen ein spanisches Motorboot zum festbinden benutzte. Sverker war gezwungen hinzurudern und ihnen den Ball wieder wegzunehmen, damit sie nicht seinen Anker loszogen. Vor unserem Boot ankerte ein junger Spanier mit grösserem Motorboot. Als die Flut kam, fing er an zu treiben. Der gute Mann war so ins Lesen und Musikhören vertieft, dass er es gar nicht mitbekam. Sein Boot hatte eine dicke Gummileiste, so wir warteten einfach auf seine Reaktion, wenn sein Boot an unseres anstossen würde. Als es dann passierte, hopste er fast ins Wasser. Dann startete er schnell den Motor, holte den Anker ein, bat uns vielmals um Entschuldigung und verschwann in Richtung Festland. Der Arme.
Montag, den 25. September fuhren wir nach Baiona, nicht weit von den Inseln. Hier haben wir unsere Vorräte aufgefüllt und warten auf das richtige Wetter für die nächste Etappe, die uns nach Portugal bringen soll.
Wir sind ca 4 Wochen in Galicien gewesen und wir können nur allen empfehlen hier nicht einfach nur vorbeizusegeln, man verpasst einfach zu viel. An der Küste hier gibt es viele herrliche und geschützte Ankerplätze. Auch mit dem Auto oder Wohnmobil ist es ein richtiges Abenteuer. Überall findet man eine atemberaubende Natur und einsame Sandstrände mit kaltem Atlanticwasser (15 - 18 grad). Es sieht ein wenig wie in Norwegen aus, aber es ist viel wärmer.

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Portugal (26. September - 13. Oktober 2007)

Am Abend des 26. September machten wir uns wieder auf den Weg. Bis nach Póvoa de Varzim waren es gute 50 nautische meilen und da passte es gut eine Nachtetappe einzulegen. Es wehte ein frischer nördlicher Wind und die Wellen waren noch immer 3 meter hoch. Aber die prognosen versprachen uns eine Verbesserung in der Nacht. Um 23:30 Uhr überquerten wir die Grenze und konnten unsere Uhren eine Stunde zurückstellen. In der Höhe von Viana do Castelo drehte der Wind auf Nordost und die Wellen wurden bedeutlich kleiner. Wir kamen viel früher als berechnet nach Póvoa de Varzim und fragten uns ob wir wirklich im Dunkeln dort einlaufen sollten, aber nun hatten sich der Wind und die Wellen so weit beruhigt, dass wir uns trauten. Wir legten am Anmeldesteg an und schliefen sofort ein. Als wir am Morgen dann alle Formaliteten erledigt hatten, bekamen wir einen Plats in der Marina. Hier ist es billiger und wir haben allen Service, den wir benötigen. Es ist noch immer Sommer und wir geniessen die Zeit. Hier in Portugal sind auch die Preise in den Geschäften wieder etwas freundlicher und zehren nicht so hart an unserem Budget. Je länger wir in Póvoa de Varzim blieben um so wohler fühlten wir uns. Überall wurden wir mit einer echten Freundlichkeit und Wärme entgegengenommen. Die Menschen waren unglaublich hilfsbereit. Das Personal in der Marina war fantastisch und wir vermissten nichts. Die Stadt ist eine Mischung aus Alt und Neu. Viele Häuser sind aussen mit Kacheln verkleidet. Wir wanderten einen ganzen Nachmittag umher und sahen doch nur einen kleinen Teil davon. Die Farben und Muster waren manchmal so ....., wir standen einfach nur da und glotzten. Hoffentlich setzen nicht irgenwelche Bürokraten stopp für diese fantastische Vielfalt. Von Póvoa de Varzim konnten wir mit der Metro bis nach Porto fahren, welches wir natürlich auch machten. Die Tickets am Automaten zu lösen war kein Problem, da wir natürlich auch dabei von einem uniformierten jungen Mann Hilfe bekamen. Porto ist mehrere Besuche wert. Die Altstadt mit ihren Gassen ist interessant und spannend. Und wenn man dann unten am Fluss steht, sieht man sie alle, die grossen Portweinnamen. Über den Fluss gingen wir auf Herrn Eifels Brücke. Wir stöberten noch ein paar Stunden im Portweinsdistrikt herum und fuhren dann mit dem Buss zur Metrostation zurück, ganz nüchtern. Während der Rückfahrt lehrte mich die nette Lautsprecherstimme Póvoa de Varzim richtig auszusprechen (zur Unterhaltung unserer Mitreisenden).
Durch unsere Gespräche mit dem Personal der Marina hatten wir erfahren, dass die Winter kalt, windig und feucht sein können. So, da blieb uns nur eine Wahl - weiter nach Süden. Wir verbrachten einigen Tage mit Unterhaltsarbeiten, Einkäufen und Packen. Dann kamen die Karten und Bücher für unsere nächsten Ziele. Die Schlussrechnung für die Marina war eine totale Überraschung. Wir hätten eigentlich 144 Eur bezahlen müssen aber da wir mehr als 11 Tage geblieben waren, bekamen wir Rabatt. Wir brauchten nur den Monatspreis von 90 Eur zu bezahlen. Am Samstag, den 13. Oktober verabschiedeten wir uns dann von "Herrman Heinrich" und "Blue Nose" und dann hiess es "Leinen Los!". Wir sahen mit positiver Spannung unserer nächsten Etappe entgegen, die uns ca 620 nautische Meilen weiter nach Süden bringen sollte. Nun wollt Ihr wohl wissen wohin? - Nach Madeira!

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Madeira (13. Oktober - 14.November 2007)

Wehmütig sahen wir den Hafen immer kleiner werden. Wir segelten erstmal weit von der Küste weg um allen Netzen und anderen Fischausrüstungen zu entkommen. Die Portugisische Küste ist voll davon und Nachts dort durch zu segeln, lässt man lieber bleiben. Als wir die letzten Markierungen hinter uns gelassen hatten, nahmen wir Kurs auf Porto Santo. Unter der ersten Nacht sahen wir ein paar Fischerboote und Lastschiffe, in der zweiten Nacht war in Höhe mit Lissabon ein Gewitter. Der Wind kam stabil von Norden und wir brauchten uns beim segeln nicht besonders anstrengen. Aber wir warteten natürlich gespannt auf unseren ersten Fisch. Der Erste war zu gross und klaute uns den Köder, der Zweite spuckte den Haken wieder aus. Da hat es Rolf gereicht. Er holte etwas grössere 3-Haken heraus und dann dauerte es nicht lange bis der erste Fisch richtig fest sass. Leider weiss ich nicht den deutschen Namen, aber auf schwedisch nennen wir die Goldmakrelen. Es dauerte eine Weile bis wir sie an Bord hatten. Man hält ja nicht einfach an, wenn man Segel gesetzt hat und ca 6 Knoten Fahrt macht. Wir können Euch aber mitteilen, dass sie uns sehr gut geschmeckt hat. Zwei Tage später bekamen wir noch einmal eine Goldmakrele. Beide haben Mittags angebissen und als Köder verwendeten wir einen weissen Gummifisch, den wir auf der Wasseroberfläche schleppen liessen. Ansonsten passierte nicht so viel unterwegs. Wir schliefen abwechselnd und genossen das schöne Wetter. Und so am Nachmittag des 5. Tages sahen wir Porto Santo. Um 22:30 Uhr warfen wir den Anker ausserhalb vom Hafen. Die Reise hatte also 5 1/2 Tage gedauert. Am nächsten Morgen fuhren wir in die Marina um die erforderlichen Anmeldungen zu erledigen.
Die Insel Porto Santo gehört zur Inselgruppe Madeira, sie hat eine Fläche von ca 41 Quadratkilometern. Das Klima ist warm und trocken, das Wasser ist ca 25 grade warm. Wir entschieden uns wieder für eine Bussrundfahrt, diesmal in einem Buss ohne Dach. Der Buss wurde von einem jungen Mann gefahren und das Gefühl einer Berg- und Talbahnfahrt war nicht weit. Aber wir bekamen im Prinzip die ganze Insel in zwei Stunden zu sehen. Eine karge Vulkanlandschaft mit Kakteen und anderen tropischen Pflanzen, die wir zu Hause verzweifelt im Blumentopf halten. Die Insel wird mehr und mehr mit teuren Wochendhäusern bebaut und die Preise in den Geschäften sind bedeutend höher als auf dem Festland. Aber so sind ja auch die Transportwege lang. In der Marina bezahlen wir 20,87 EUR per Nacht. Hier lagen mehr Boote ausserhalb des Hafens vor Anker. Wir hatten ein wenig am Boot zu arbeiten und natürlich mussten wir ja auch noch unseren Gruss auf die Mole malen. Dann warfen auch wir Anker ausserhalb des Hafens. Das Gefühl wieder weitersegeln zu wollen schlich sich ein. Noch ein letzter Abstecher an Land. Diesesmal wollte Rolf am Strand landen um den Weg in die Stadt abzukürzen. Die Landung ging ganz gut, ich kam mit einem nassen Hintern davon. Dann kurz vor dem Dunkelwerden wollten wir wieder zurück. Ich sass bereits halbnass im Gummiboot und Rolf nahm Anlauf um hineinzukommen...... Da kam die nächste Welle, schwappte noch ein bisschen mehr Wasser ins Gummiboot und schubste es gleich noch an.... Ja und das Gummiboot schubste Rolf an......
Aber der Hut blieb trocken!
Das war Rolfs erstes Bad im Atlantik.
Wie zwei nasse Hunde, mit einem Schuh Wasser aus dem Gummiboot schöpfend, fuhren wir zurück zum Boot.
Nächsten Morgen machten wir dann alles klar für die Überfahrt nach Madeira. Keine schwere Navigation, man sieht die Insel die ganze Zeit. In Funchal war alles voll, dass wussten wir. Als wir dann Quinta do Lorde Marina sahen, lockte uns das viel zu sehr. Als wir uns der Marina näherten, kam einer der Angestellten heraus und begrüsste uns. Welch ein Service! Die Marina ist super schick und erbietet allen Service. Nur schade, dass sie ein bisschen weit von allem weg und konstant windig ist.
In jedem Hafen treffen wir jetzt beinahe die gleichen Segler. Immer ein frohes Hallo.
Am Sonntag Nachmittag segelten wir zu Madeiras Südseite und ankerten bei Funchal. Nun hatten wir alles sozusagen vor der Haustür. Nach ein paar Tagen bekamen wir dann auch plats in der Marina. Das gab uns ein besseres Gefühl, wenn wir zu unseren Tagesausflügen aufbrachen. Einige andere Boot hatten von schlecht sitzenden Ankern berichtet. Funchal gefällt uns sehr gut. Es sind zwar jede Menge Touristen hier aber die meisten sind etwas älter und es ist relativ ruhig. Auf der Insel gibt es unzählige Wanderwege in allen Schwierigkeitsklassen. Zusammen mit zwei anderen Schweden mieteten wir uns ein Auto für einen Tag und erforschten ein bisschen mehr von Madeira. Erik, der unser Chaufför war, wohnt hier jeden Winter ein paar Monaten und zeigte uns herrliche Stellen. Madeira hat eine atemberaubende Natur. Wir besuchten auch das schwedisches Segelschulschiff "Älva" von Stockholm. Die Jugentlichen an Bord gaben uns eine herrliche Führung auf dem Schiff. Zum Dank gab Rolf ihnen Tips, welche Streiche sie ihren Kameraden spielen können. Das kam natürlich gut an.
Auf Madeira kann man die verschiedensten Transportmittel anwenden: Bus, Leinbahn, Taxi, Boot und die eigenen Füsse natürlich. Am spannensten sind die Bussreisen. Die Motoren müssen wirklich hart erbeiten um sich in Berge hochzuarbeiten, aber die Reisen bergab sorgen für richtigen Nervenkitzel.
Beim Touristbüro fragten wir nach einer leichten Levadawandrung und so fuhren wir eines Morgens mit dem Bus nach Ribeiro Frio. Dort sahen wir uns eine Forellenzucht an und dann wanderten wir an der Levada entlang bis nach Portela (11 km). Die Strecke war nicht schwer zum Wandern, aber die Dame im Touristbüro hatte vergessen zu sagen, dass man schwindelfrei sein sollte. Eine Levada ist ein kleiner Bewässerungskanal, Madeira ist voll von diesen Kanälen. Abends machten wir oft noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Viele Strassencafé, Musik und nicht zu vergessen WI-FI-zonen. Via WI-FI Madeira konnten wir uns kostenlos ans Internet anschliessen, sehr praktisch. Die Zeit verging schnell in Madeira und wir haben uns wohlgefühlt. So langsam wollten wir aber doch weiter und als nächsten Ziel wählten wir Graciosa eine der Kanarischen Inseln.

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Kanarische Inseln (16.November 2007 - 10.Januar 2008)

Die Etappe nach Graciosa war ca 280 Seemeilen lang und wir brauchten 2 1/2 Tage. Als wir gegen Abend in den Hafen der kleinen Insel einliefen standen eine menge Leute auf dem Kai. Plötzlich rief eine Stimme: na ihr kommt ja zur rechtenZeit, wir haben hier gerade eine kleine Party. Es waren Jochen und Susanne von der Jurmo die wir zuletzt in Camariñas in Spanien getroffen hatten. Wir waren ein bisschen zu müde um zu feiern und schliefen bald. Am nächsten Morgen kam Jochen dann gleich mit Brötchen zu uns, wir werden wirklich verwöhnt. Wir hatten kaum mit dem Frühstück angefangen, da klopfte es: Jemand zu Hause? - Und so trafen wir Sylvia und Arne aus Schweden auf der Yacht Chiquitita zum ersten Mal. Es dauerte nicht lange da kam der Norweger Björn dazu und fand es herrlich mal wieder seine Muttersprache sprechen zu können. Und so ist es immer wenn man in einem neuen Hafen festmacht, man guckt erstmal welche Flaggen man sieht. Die Treffen mit anderen Seglern sind oft so unkompliziert und geben einem immer viel Information.
Hier auf Graciosa bezahlen wir nur 3,91 EUR per Tag in der Marina. Wir haben zwar keinen Strom oder Wasser an den Stegen aber das nehmen wir gern in Kauf. Graciosa liegt ganz nahe an Lanzarote aber im Moment lockt uns das gar nicht. Das Tempo auf der Insel ist ruhig - Mañana. Wir geniessen es uns ein wenig zu erholen und unser eigenes Tempo anzupassen. Wir haben in den letzten Monaten so unheimlich viel erlebt und gesehen, dass wir eine kleine Pause brauchen. Die Menschen hier sind ein wenig zurückhaltend aber nach einer Woche erkannte man uns und nun reden sie gern mit uns, auch wenn wir nicht viel verstehen. Hier auf Graciosa gibt es nur wenige Touristen, ein par Geschäfte mit dem Wichtigsten und ein paar Restauranger. Das Internetcafé öffnet erst wieder am 1. Dezember und die Telefonzellen (bis auf eine) sind kaputt. Der Hafenmeister hier ist unglaublich nett und hilft mit allem, was ihm möglich ist. Wir sind 3 schwedische Boote hier in der Marina und wir verbringen viel Zeit miteinander. Es ist immer herrlich andere von ihren Abenteuern erzählen zu hören. Unser Windgenerator wollte nun nicht mehr so richtig und mit Arnes Hilfe fanden wir heraus, dass der Regulator kaputt war. Wir haben ja noch Garantie, so wir riefen in Stockholm an und von dort bekamen wir das benötigte Teil geschickt. Naja, jedenfalls beim zweiten Versuch kam das Paket dann bei uns an. Vielleicht lag es daran, dass wir diesesmal die schwedische Kirche in Las Palmas als Empfänger angegeben hatten. Einen Tag vor unserer Abreise von Graciosa tauchte plötzlich ein märkwürdiges Boot auf. Es waren drei junge Männer aus Ungarn an Bord und sie kamen gerudert. Das war zu intressant und wir haben sie gleich zum Abendessen eingeladen um mehr zu erfahren. Einer der Männer will nach Neujahr einsam über den Antlantik rudern, ein anderer hat das im vorigen Jahr bereits gemacht. Was soll man sagen: wir waren beeindruckt. Unter diesen Links kann man die Internetseiten finden: www.hun-solo.hu und www.atlantix.eu .
Wir sind also inzwischen von Graciosa nach Las Palmas auf Gran Canaria weitergesegelt. Eine Reise von ca 24 Stunden, die gut verlaufen ist. Las Palmas hat Spaniens dritt grössten Hafen. Die Marina ist ganz ok und wir bezahlen 42 EUR per Woche. In Las Palmas waren alle mit Weihnachtseinkäufen beschäftigt. Wir warfen uns in das Getümmel und guckten was es hier so zu kaufen gibt. Wir selbst brauchen nur Proviant und einige Dinge fürs Boot. Auch hier auf Gran Canaria sind die Menschen sehr nett und hilfsbereit. Wir haben viele angenehme Erinnerungen.
Und so besuchten wir auch die schwedische Kirche. Der Pfarrer und seine Frau begrüssten uns herzlich und wir wurden gleich zu einem gemütlichen Abend mit der Gemeinde eingeladen, dort sollten wir über unsere Segelreise erzählen. Das machten wir gern. Am Vormittag Heiligabend kamen Pfarrer Lennart und seine Frau Norma auf Besuch im Hafen. Heiligabend verbrachten wir dann gemeinsam mit Sverker. Sverker hatte den Pfarrer zum segeln am Weihnachtsfeiertag eingeladen. Ich begleitete die beiden und dokumentierte alles, da es für den Pfarrer das erste Segelabenteuer war. Am zweite Weihnachtsfeiertag war es dann so weit von Sverker Abschied zu nehmen. Er segelt nun weiter nach Brasilien und wie wir ihn kennen werden wir ihn nun einige Jahre nicht zu sehen bekommen. Wir waren sehr gerührt, wir haben viele angenehme Stunden miteinander verbracht.
Las Palmas ist gut um sich mit Proviant zu versehen. Die Supermärkte fahren die Waren aus wenn man für mehr als 60 EUR einkauft, na und das ist ja nicht schwer wenn man für zwei Monate einkauft. Wir bereuen, dass wir nicht mehr Fleischkonserven in Schweden eingekauft haben. Hier ist die Auswahl nicht gross und ausserdem teurer.

Wir wünschen Allen ein gesundes neues Jahr 2008!

Ja liebe Freunde, nun ist es soweit. Wir haben unsere Vorbereitungen für die nächste Etappe beihnahe fertig. Heute ist der 8. Januar 2008 und irgendwann diese Woche werden wir ablegen. Unser Ziel ist Karibien. Ob wir auch die Cap Verde Inseln anlaufen haben wir noch nicht beschlossen, das ergibt sich unterwegs. Wir haben allso ungefähr 2700 nautische Meilen vor uns und das ist ein mächtiges Gefühl. Für die Strecke braucht man zwischen 3 Wochen und einem guten Monat, viel Horizont angucken. Das bedeutet auch, dass wir eine Weile nichts von uns  hören lassen können. So verliert nicht die Geduld!

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Cap Verde (10.Januar - 27.Februar 2008)

Am 10. Januar verliessen wir Nachmittags Las Palmas. Es wehte ein leichter Wind und wir freuten uns über den leichten Start. Gran Canarias Lichter konnten wir noch weit in die Nacht hinein am Horizont sehen. Am zweiten Tag nahm der Wind zu und wir mussten unser Grossegel reffen. Rolf bekam ein par Fische an die Angel aber leider sassen die nicht richtig fest. Nach zwei Tagen auf See fingen unsere Köpfe an gross sauber zu machen. Wir fingen an unglaublich viel zu träumen und manchmal glaubten wir Stimmen ausserhalb zu hören. Ein Glück, dass es uns beiden so ging. Am dritten Tag unter meiner Wache hatte dann mal wieder ein Fisch angebissen, na der verschwindet sicher auch, dachte ich. Aber ich nahm die Angel und fing so langsam an die Leine einzurollen und da merkte ich, dass der Fisch wirklich festsass. Ich rief nach Rolf, bekam aber keine Reaktion. Also versuchte ich den Fisch eben allein an Bord zu bekommen. Nach einigem hin und her gelang mir das auch. Mein erster Tunfisch, nicht besonders gross, aber ich war doch stolz. Er reichte auf jedenfall für zwei Mahlzeiten.
In der Nacht zum vierten Tag wurde dann der Wind immer stärker und wir nahmen das Grossegel herunter. Ein par Stunden später tauschten wir dann den Genua gegen eine Fock. Typisch, immer Nachts! Wir machten gute Fahrt, aber nun waren auch die Wellen ziehmlich hoch. "Bergab" machten wir manchmal mehr als 10 knoten. Einige Wellen guckten ins Boot und wollten gern zu uns herein. Aber unsere "Yvette" kam immer davon, abgesehen von den Wellen die eine etwas andere Richtung haben, die sorgten dafür dass wir nicht trocken davonkamen. Aber was macht das, wenn sowohl Wasser als auch Luft warm sind.
Am Vormittag des 16. Januar warfen wir dann Anker in Palmeira auf der Insel Sal in Cap Verde. Wir holten unser Beiboot wieder hervor und fuhren mit allen Papieren an Land. Die Polizeistation fanden wir einfach, der Ort ist ja nicht so gross. Das Einklarieren war ganz unkompliziert, alles konnten wir bei der Polizei erledigen. Unsere Pässe konnten wir am Nachmittag fertig abgestempelt wieder abholen.
Unser erster Eindruck blieb positiv. Man hatte uns vor "Dingyboys" (junge männer, die das Beiboot bewachen und dafür bezahlt bekommen) gewarnt, aber es tauchte keiner auf. Wir banden also unser Beiboot wo am wenigsten im Weg war und wenn es mal jemanden störte zogen sie es einfach woanders hin. Wir fühlten uns sicher in Palmeira. Aber es ist hier nicht immer so gewesen. Wir haben Geschichten über Überfälle gehört, die hier vor 3 Jahren waren. Wie gesagt, jetzt ist es ruhig hier. Zwei mal in der Woche kommt ein Fischer und verkauft frischen Fisch direkt aus dem Boot. Viel zu selten, finde ich - viel zu oft, findet Rolf. Man kann hier recht billig leben, wenn man etwas aufmerksam ist. Da wo Touristen sind können die Preise schon mal gepfeffert sein. In Palmeira gibt es keine Bank und wir mussten nach Espargos fahren um Geld abzuheben. Am einfachsten und billigsten geht das mit den "Aluguer". Das sind Pick-up oder Minibusse, die fahren wenn sie ausreichend besetzt sind. Man fragt einfach wohin sie fahren, was es kostet und dann gehts los. Im Süden der Insel befinden sich die Touristgebiete. Man baut Hotels, Pensionate und Wohnungen. Nun wollen sie auch noch einen Golfplats hier auf der Insel anlegen. Welch ein Wahnsinn, das wird die einzige grüne Fläche auf ganz Sal. Ansonsten ist das hier die reinste Wüste, nur Sand und Steine. Süsswasser wird hier in Entsalzungsanlagen hergestellt.
Wir sind das einzige schwedische Boot hier, die meisten kommen aus Frankreich. Gemeinsam mit "Tom", einem Holländischen Segler, haben wir eine herrliche Wanderung auf dem Nordteil der Insel gemacht. "Tom" und ich sind dann auch noch auf einen 260 meter hohen Berg geklettert. Das war der anstrengenste Aufstieg den ich je gemacht habe. Aber der Abstieg war noch schlimmer. Ganz steil und viele lose, kleine Steine. An Sonntagen ist hier immer Familientag. Da wird viel gespielt und nach der Siesta fängt dann die Kinderdisco an. Das ist hier sehr populär und man kann alle Kinder des Ortes in jedem Alter zu sehen bekommen. Ein kleiner Stippi, der kaum gehen konnte fand uns ganz besonders intressant. Die Tante war ja nicht so spannend, aber der Onkel mit dem weissen Bart, den wollte er sich mal richtig angucken. So wurde Rolf kurzerhand zum Kindermädchen ernannt und der Kleine sass glücklich auf Rolfs Schoss und streichelte den Bart. Die Mamma war zufrieden, nun hatte sie mal ein wenig Ruhe.
So langsam denken wir nun weiterzusegeln. Wir wollen noch ein par Einkäufe machen, mehr Wasser auffüllen und dann warten wir nur noch auf den richtigen Wind. Das Wasser was wir in Las Palmas getankt hatten schmeckt überhaupt nicht und taugt nur zum Essen kochen. Hier haben wir auch entlich wieder gutes Weizenmehl zum Brotbacken gefunden. Mit Gemüse und Früchten ist es nicht so einfach aber ein wenig gibt es.
Am Abend des 1. Februar segelten wir ab nach Sao Nicolao, wir kamen am folgenden Nachmittag dort an. Da es Samstag war kümmerten wir uns nicht weiter um die Klarierung. Auch hier in Cap Verde muss man bei Ankunft und Abreise das Hafenbüro oder die Policia Maritima besuchen und formulare ausfüllen. Das kostet jedesmal 5 Euro. Am Sonntag war Karneval in Tarrafall. Man hatte einen Wagen, Livemusik und viele singende, tanzende Kinder und Jugentliche. Dieses Jahr hatte man HIV/Aids im Fokus. Man versucht die Einwohner aus verschiedene Weise auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Montag war dann grosser Karneval in Ribeira Brava. Alle Autos waren unterwegs um die Inseleinwohner zu diesem Ereignis zu transportieren. So anstelle für Karneval auf Trinidad waren wir beim Karneval auf Sao Nicolao. Wir waren nicht so viele Touristen, so alle bemühten sich uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Immerwieder wurden wir gefragt ob es uns gefällt, ob wir die Menschen in Cap Verde mögen. Auch auf Sao Nicolao blieben wir 2 Wochen. Wir wanderten wenn es nicht zu heiss war, sahen uns die Schweine und Ziegen an und bekamen die Gärten gezeigt. Wir fuhren in die Berge und sahen den Leuten im Alltag zu. Jedesmal wenn wir den Fotoapparat herausholten, kam Freude auf. Wenn wir dann mit einigen Fotos zurückkamen war der Jubel gross bei den Kindern. Auf Sao Nicolao gibt es keinen Flugplats und die Fähre kommt ein Mal in der Woche. Das ist immer ein grosses Ereignis. Auch hier leben viele vom Fischen. Es gibt eine kleine Konservenfabrik in Tarrafall. Viele neue Häuser werden gebaut und die alten Steinhäuser verschwinden mehr und mehr. Ein Grossteil der Bevölkerung ist unter 30 Jahren. Im Gegensatz zu Sal versucht man hier die Insel sauber zu halten. Es stehen Mülltonnen und Schilder an vielen Stellen, damit der Abfall nicht in der Natur landet. Sao Nicolao ist eine friedvolle Insel. Ansonsten treffen wir uns mit anderen Seglern von Frankreich und Deutschland. Dann hat man ja auch alle alltäglichen Sachen wie Bootunterhalt, Einkäufe, Wäsche usw., genau wie zu Hause. Es ist nun Mitte Februar und wir haben eingesehen, dass es im Prinzip zu spät für die Karibik ist. Also sehen wir uns hier noch ein wenig um. Unser nächstes Ziel: Fogo (Feuer auf Portugisisch) - ein lebendiger Vulkan!
Wir brauchten einen Tag und Nacht bis nach Fogo. Die Windvorhersagen waren wie so oft hier in Cap Verde falsch. Aber das Wetter ist relativ stabil und wir brauchen nicht besonders besorgt sein. Auf dieser Etappe sahen wir viele fliegenden Fische, aber leider landete keiner auf unserem Boot.
Der Hafen Vale de Calveiros ist ziehmlich klein und auch der einzige Hafen der Insel. Als wir ankamen lag ein Frachtschiff vertäut und ein französisches Segelboot machte sich gerade für die Abreise fertig. Die örtlichen Fischerboote werden an Land gezogen. Der Hafenchef sah uns gleich und winkte uns an Land. Er wollte gleich alle Pappiere sehen und fertigstempeln. Am Abend war es schwer zur Ruhe zu kommen, da es im Hafen sehr unruhig war. Um Mitternacht hörten wir dann plötzlich jemanden rufen. Es war kein Traum, es waren Fischer, die auf dem Weg raus waren. Es gefiel ihnen nicht, dass wir in diesem Schwall lagen und wollten, dass wir uns auf die andere Seite des Hafens legen. Erst am Dienstag sollte wieder ein grosses Schiff kommen und es war dort viel sicherer und ruhiger. Als die Männer dann mit unserem neuen Ankerplatz zufrieden waren, fuhren sie selbst in die hohen Wellen hinaus um zu fischen. Die Boote sind ca 5 meter lang und es sind 3 Mann an Bord. Einer steht immer ohne sich festzuhalten. Manchmal sieht man seinen Kopf in den Wellen auftauchen und dann wieder nicht. Wir sagten, dass wir sie für gute Seeleute halten. Aber das war doch nur Alltag für die Fischer, meinten sie.
Am Montag fuhren wir dann mit einem Guide in die Berge zum Vulkan. Ein fantastischer Ausflug mit einer Wanderung zu einem kleinen Krater, Wein- und Käseverkostung. Oben beim Krater roch es nach Schwefel und an einigen Löchern konnte man die Hitze spüren. Auf den grossen Krater wollten wir nicht klettern. Der ist ca 2865 Meter hoch und für uns waren schon knappe 2000 Meter anstrengend. Wir leben ja nur noch auf Meeresnivau. Wir fuhren durch einen enormen Krater in der Mitte der Insel. Dort lagen Asche, Lawa und Steine von verschiedenen Ausbrüchen. Man fühlte sich wie auf einem anderen Planeten. Beim letzten Ausbruch 1995 wurde ein Dorf total verstört und ein grossteil der Weinstocke musste auch daran glauben. Zum Glück wurden alle Menschen rechtzeitig gewarnt und keiner umkam. Auf Fogo gibt es natürliches, gutschmeckendes Trinkwasser. So wir füllten alles was wir anwenden konnten mit Wasser, kostenlos. Um von Cap Verde ausklarieren zu können waren wir gezwungen nach Santiago weiterzusegeln. Die Einwandrungsbehörden sind nur auf Sal, Sao Vincente oder Santiago. Also muss man eine dieser Inseln sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise aus Cap Verde passieren.
Wir brauchten doppelt so lange um nach Praia zu kommen als wir gerechnet hatten. Es war die ganze Nacht windstill. Als wir uns dem Hafen näherten wurden wir von zwei grossen Delfingruppen begrüsst. Wir haben noch nie so viele Delfine auf einmal gesehen. Der Wind verschwann wieder für uns und mit dem Motor fuhren wir das letzte Stück in den Hafen. Unsere Position und die Karte stimmten nicht gerade übereins. Aber der Hafen war hell erleuchtet und mit Hilfe eines Leuchtturms fanden wir uns zurecht. Am nächsten Tag gingen wir dann zur Einwanderungsbehörde, die um 14:00 Uhr öffnen sollte. Wir warteten und wir warteten. Die Polizisten im Vorraum wurden zum Schluss etwas nervös und gaben uns eine Telefonnummer zum Beamten. Wir riefen also Mr. Moreno an und er versprach in 10 Minuten da zu sein. Die Uhren gehen hier langsamer, dass wissen wir ja....... Er kam jedenfalls kurz nach 17:00 Uhr. Anschliessend fuhren wir schnell mit einem Taxi zur Hafenbehörde und dort ging es dann viel besser. Wir füllten die Formulare aus und gaben unsere Bootpapiere ab. Nun geben wir nicht so gern unsere Orginalpapiere her, so wir haben Farbkopien und bis jetzt hat noch niemand protestiert.
Hier in Praia gibt es ein ganz Teil Geschäfte und einen Frischwarenmarkt. Hier werden wir unsere Verpflegung vervollständigen und wenn alles läuft wie wir wollen verlassen wir Cap Verde am 27. Februar. Nachdem wir unser Beiboot einmal im Fischerhafen gelassen hatten, wollten wir gern woanders hin. Wir ankerten auf der anderen Seite ausserhalb einer alten Betongbrücke in 5 meter Wasser. Dort liegt das Hafenbüro und die Policia Maritima hat sich uns gleich als Bootwacht angeboten. Auch Wasser können wir dort holen und alles ohne Bezahlung und ein Haufen Disskusion. Wir werden ihnen anstelle ein kleines Abschiedsgeschenk zukommen lassen. Oben auf dem Plateau gibt es sogar drahtloses, kostenloses Internet.
Das was von Anfang an nur als ein kleiner Stop gedacht war, wurde zu ein und einhalb Monaten und wir haben es wirklich genossen. Wir haben zwar noch nicht einmal die Hälfte des Landes gesehen, aber wir setzen hier trotzdem einen Punkt.
Was kann man sagen; Cap Verde ein Paradis für Angler, Segler und andere Naturliebhaber. Das Sportangeln ist ausser in Mindelo nicht besonders ausgebaut. Aber es ist mit Sicherheit kein Problem einen Fischer auf Sao Nicolao oder Fogo zu einer Angeltur zu bewegen. Die wissen ja wo die grossen Fische sind und ein wenig Extraeinkommen sagt man bestimmt nicht nein zu. Die Fische, die wir auf unseren Etappen zwischen den Inseln an den Haken bekamen waren viel zu gross um sie aufs Segelboot zu bekommen. Der Tourismus wird nur langsam ausgebaut. Warum man so viel Geld auf Sal investiert können wir nicht verstehen. Die Insel besteht nur aus Wüste und die meiste Zeit fliegt massenweise mit Sand herum. Schon nach ein paar Tagen dort war unser Boot rotbraun mit Sand impregniert. Auf Fogo steht ein ganzer Hotellkomplex leer. Der Portugiese, der dort baute ,hatte vergessen den Grund zu kaufen. Auf Fogo gibt es sowohl Hotell als auch Flugplatz. Wie die Preise für normale Touristen sind wissen wir leider nicht. Am meisten waren wir jedoch von den Menschen hier beeindruckt. Überwiegend alle waren freundlich und wollten Kontakt mit uns haben. Wir hatten voll zu tun allen einen Guten Tage zu wünschen wenn wir durch die Orte gingen. Natürlich haben Alkohol und Drogenprobleme nicht vor Cap Verde halt gemacht, aber sie begrenzen sich meist auf grössere Orte. Wir haben hier keine Probleme gehabt.
Cap Verde entwickelt sich zu einem modernen Land. Es dauert sicher seine Zeit, da das Land sehr arm ist.
Aber alle Einwohner sind stolz auf ihr Land und Ausbildung ist hier wichtig. Viele sprechen französisch und auch ein Teil englisch. Internetkaffee findet man überall. Wir vermissten nur Fleischkonserven.

Vielen Dank Cap Varde für die herrliche Zeit!

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Wir melden uns an dieser Stelle in ca einem Monat - aus Brasilien.

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Auf dem Atlantik (28. Februar - 3. April 2008)

Unser Boot var vollgeladen als wir Cap Verde verliessen. Wir hatten Essen und Wasser für 2 Monate. Wie lange werden wir für die Reise brauchen, wieviele Squalls müssen wir bemeistern und wieviel Flaute wartet auf uns? Viele Fragen, auf die wir bald Antworten bekommen sollten. Wir sahen dieser Etappe trotzdem mit frohem Mut entgegen. Wir brauchten nicht zu stressen, einen Tag nach dem Anderen.
Bis ca 5 grade Nord hatten wir guten Wind, dann nahm er spürbar ab. Bei ca 4 grade Nord trafen wir unser erstes Squall. Wir hatten gerade das Essen fertig, als es anfing zu regnen. Ich fragte Rolf ob wir die Segel reffen müssen. "Nein" sagte er, ein par Sekunden später: "JA!". Der Himmel war plötzlich ganz schwarz geworden. Wir nahmen schnell den Genua runter und refften das Grossegel. Dann ging der Tanz los. Unbeschreiblich welch ein Wind! Wir segelten einfach mit so wie es uns der Wind diktierte. Nach 2 Stunden war alles über. Besonders viel Regen gab es dieses Mal nicht. Als der Wind wieder abnahm setzten wir wieder Segel. Etwas später zur Nacht hatten wir dann kaum noch Wind und als wir unseren Kurs etwas ändern wollten, piepte unser Autopilot und wollte nicht mehr reagieren. Wir schalteten ihn aus und wieder an, aber es half nichts. Oh, bitte nicht! Nach nur 6 Tagen auf See kein Autopilot mehr. Nach Cap Verde zurück, das war keine Alternative. Wir haben noch immer Garantie und dort könnte uns keiner damit helfen. Rolfs Idee war, dass wir einfach unseren alten, kaputten Autopiloten zum festsetzen der Ruderpinne anwenden könnten. Wenn das Boot gut balanziert war konnte sie auf diese Weise selbst lange den kurs halten. Als wir weiter nach Süden kamen, bekamen wir immer weniger Wind. Die meisten Tage mussten wir auf Regenschauer warten. Viele Nächte war total windstill. Es war als ob jemand die Windmaschinen abschaltet, wenn die Sonne untergeht. Am anstrengensten war aber die Hitze, immer um 35 grad. In den Nächten blieb es nicht so viel kühler, das Wasser ist ja auch 32 grad warm. Es war immer herrlich wenn ein Regenschauer vorbeizog, dann duschten wir und sammelten Wasser. Ja nun hatten  wir ja viel Zeit zu allem Erdenkbaren. Aber ganz ehrlich, wir vermochten nichts. Ich habe nicht einmal ein Buch auf dieser Etappe gelesen. Brot zu backen war eine Zumutung, da stieg die Temperatur im Boot auf 38 grad. Um die Mittagszeit herum konnte man nicht barfuss auf dem Deck gehen, da es so heiss war. Wir waren froh, dass wir jedenfalls die Strömung mit uns hatten. Wenn wir nicht segeln konnten und trieben, so trieben wir jedenfalls in die richtige Richtung.
Den Äquator überquerten wir am 12 März um 02:26 Uhr UTC.
Erst als wir südlich von 3 grade Süd waren bekamen wir wieder etwas mehr Wind. Aber immernoch waren wir an vielen Tagen ganz auf Regenschauer angewiesen. Als wir entlich einmal mit gutem Wind segelten, fiel eines unserer Kissen ins Wasser. "Kissen über Bord!" und so leiteten wir die Rettungsaktion ein. Erst wenn man ein solches Mannöver praktisch übt sieht man ein, wie wichtig die Sicherheitsleinen sind. Alle fantastische "Mann über Bord"-Ausrüstung hilft nicht, wenn man die Person im Wasser nicht finden kann. Das Boot bewegt sich ja erstmal weiter und wenn dann vielleicht noch schlechtes Wetter mit hohen Wellen ist... ich will gar nicht daran denken.
An den schlimmsten Flautetagen wünschten wir uns wirklich einen Dieselmotor und viele Dieselkanister an Bord.
Wir sprachen mit ein par Frachtschiffen über Funk und fragten diese natürlich auch nach dem Wetter. Der eine Befehlhabende war sehr psychologisch. Er sagt das die Wetteraussichten sehr gut sind. Ich fragte ob er uns etwas über die Windprognosen sagen könnte, da wurde es ganz still. Dann sagte er: "Wir sind vor 2 Tagen von San Salvador abgereist und wir hatten sehr schönes Wetter bis jetzt." Damit war meine Frage beantwortet, viel Wind hatten wir nicht zu erwarten.
Was können wir übers Tierleben berichten?
Die seltenen Stunden, die wir schneller als 4 Knoten segelten bekamen wir oft Delfinbesuch. Die Delfine jagten die Fische, die wir erschreckten oder machten uns nur ein Stück Gesellschaft. Die grösste Gruppe Delfine waren 50 bis 60 Tiere , die in der Breite mit uns schwammen um dann einem Fischschwarm den Garaus zu machen. Eine Gruppe kleinere Wale schwamm fast ein Stunde mit uns. Die waren ganz neugierig und drängten sich ganz nahe ans Boot.
Das Angelglück war nicht so richtig auf unserer Seite. Die meisten nahmen den Köder mit sich und wenn wir sie mal zu sehen bekamen, verstanden wir, dass wir sie nicht bergen könnten. Der beste Fisch war eine Goldmakrele. Als sie angebissen hatten stieg sie hoch über die Wasseroberfläche. Wir liessen schnell die Segel herunter und Rolf sass lange um sie müde zu bekommen. Wir konnten sie ganz nahe ans Boot bekommen, aber dann verwickelte sich die Angelleine am Boot. Ich ging ins Wasser um zu gucken ob da was zu machen war, aber das Boot bewegte sich zu sehr im Seegang. Der Fisch war sicher 1,50 m lang. Am Ende riss sie sich dann doch los und das war wohl auch gut so. Es wäre ein bisschen viel Fisch auf einmal gewesen. Wenn wir trieben konnten wir machmal kleinere Fische angeln, die unter dem Boot Schutz suchten. Böse Falle! Flugfisch sahen wir ziehmlich viel, aber nur wenige landeten bei uns an Deck. über eine Woche lang wohnten zwei Fische unterm Boot egal wie schnell wir uns bewegten. Wir lockten sie jeden Morgen mit Futter hervor, um zu sehen, ob sie noch da waren. Nachts biess fast immer was an. Ein langer Fisch mit grossen Zähnen. Schmeckte gut, hatten aber zu viele Greten. So wir hörten bald auf Nachts zu angeln.
Die Vogelvielfalt war recht begrenzt. Nur die richtigen Meeresvögel konnten dort draussen zurechtkommen.

Nach 36 Tagen kamen wir in San Salvador an und machten in der Marina Centro Nautiko fest. Wir sind ca 2100 Nautische Meilen auf dieser Etappe gesegelt. Von den 36 Tagen waren zusammengerechnet 10 Tage windstill.
Trotz das die Überfahrt für uns so viel Zeit nahm, haben wir unseren Beschluss nicht bereut. Wir haben wieder neues gelernt und haben trotz allem immer die Ruhe behalten. Klar, manchmal waren wir auch etwas irritiert, aber das gehört eben dazu. Und nun sehen wir ja wieder neuen Abenteuern entgegen.

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Brasilien (3. April - 2.Oktober 2008)

In der Marina Centro Nautico wurden wir von anderen Seglern begrüsst. Die meisten kommen aus Frankreich. Da wir Abends ankamen brauchten wir uns erst mal nicht um Formaliteten zu kümmern sondern konnten uns schlafen legen. Aber sowohl Rolf als auch ich wachten Nachts auf um nach dem Rechten an Deck zu sehen und den anderen abzulösen. Wir waren psychisch noch nicht angekommen. Das Personal hier ist sehr freundlich und hilfsbereit. Aber in der Marina ist das Wasser sehr unruhig und die Umgebung ist laut, da wir uns hier im grossen Hafenbecken befinden. So wenn wir alles erledigt haben und mehr Ruhe wollen, sehen wir uns nach einem anderen Plätzchen um. San Salvador ist eine richtige Grosstadt mit ca 2 milj. Einwohnern. Wenn man in den einfachen Gasthäusern isst, ist das Essen ganz billig. Auch Früchte sind billig und man kann alle erdenklichen Sorten frisch an der nächsten Strassenecke kaufen.
Das Einklarieren nahm ein ganz Teil Zeit in anspruch. Von der Marina bekamen wir eine Stempelkarte. Danach sollten wir zur Polizei fürs Visum. Dort war gerade keine Sekretärin und wir wurden gebeten am nächsten Tag wieder zu kommen. Am nächsten Tag war erst gar keiner im Büro, dann war wieder keine Sekretärin da und der Bürochef füllte mit richtig schlechter Laune das Formular (1 A4 Seite) selbst aus und gab uns unsere Stempel im Pass. Danach gingen wir zum Zoll. Dort war es etwas einfacher, nahm aber mehr Zeit in Anspruch. Am nächsten Tag gingen wir dann zu den Gesundheitsbehörden, dort füllten wir wieder Formulare aus und man kontrollierte, dass wir alle notwendigen Impfungen hatten. Danach gingen wir mit allen abgestempelten Papieren zum "Capitano dos Portos". Dieses Büro geht unterm Militär und Männer dürfen das Gelände nicht in kurzen Hosen betreten. Nun hatten wir zum Glück Rolfs Hosenbeine mit dabei und nachdem wir sie angesetzt hatten, durften wir passieren. Nun dürfen wir 90 Tage in Brasilien bleiben und haben die Möglichkeit mit weiteren 90 Tagen zu verlängern.
Und so typisch, auf unserem ersten Spaziergang auf der Suche nach einer Bank kamen wir an einer Frau vorbei, die eine kleine Katze an einer Schnur festgebunden hatte. Sie hatte nur ein bisschen Trockenfutter daneben gestellt, kein Wasser. Das konnten wir natürlich nicht mit ansehen. So nun wohnt Bonita, wie wir sie nennen, bei uns im Boot. Wir sind schon beim Tierarzt gewesen, damit eventuellen Parasieten der Garaus gemacht wird.
Nun sehen wir uns in der Stadt um und bekommen so langsam unsere Kondition zurück. Es ist zwar jetzt Herbst hier aber immernoch sehr warm und wir schwitzen täglich. In der Stadt gibt es viele alte Gebäude die man verfallen lässt, man baut lieber Neues daneben. Ansonsten gefällt uns die Atmosfäre gut, die Brasilianer sind freundlich.

Nun sind wir schon seit einem guten Monat hier und die Zeit verging schnell. Wir sind zwischen Salvador und der Insel Itaparica mit unserem Boot gependelt. Wenn uns die Grosstadt zu viel wurde sind wir wieder nach Itaparica gesegelt um die Ruhe dort zu geniessen. Unseren Autopiloten haben wir nach einem Monat auch wieder zurückbekommen. Der war in Sao Paulo zur Garantiereparatur. Wir haben uns ein wenig in Salvador umgesehen und sind dabei leider auch einmal beraubt worden. Drei junge Männer griffen uns an, einer riss mir die Tasche mit dem Fotoapparat weg und zwei versuchten bei Rolf was zu holen. Aber Rolf schlug den, der ein Messer hatte und alle Drei verschwanden. Wir sind zur Turistenpolizei gewesen und haben das ganze angezeigt, aber hier ist das Alltag. Der Polizist der die Anzeige entgegennahm konnte sich kaum von seiner Fernsehserie losreissen.
Die Kontraste zwischen Arm und Reich sind enorm. Überall hat man bewaffnete Wächter, auch in unserer Marina.
Auf Itaparica ist es ruhiger, es erinnert mehr an eine dörfliche Umgebung. Die Natur ist schön und wir sehen uns alle die Pflanzen an, die wir nur aus Blumentöpfen kennen. Im Anschluss an die Marina auf Itaparica gibt es einen herrlichen und ruhigen Ankringsplatz. Wir ankern nahe an einer Sandbank. Bei Ebbe sind dort Männer, die nach Sandwürmern graben oder kleine Krebse fangen. Die Frauen graben nach Muscheln.
Ja, und unsere kleine Katze wächst wie verrückt und kann kaum mal stillsitzen.
Heute haben wir den 8. Juni. Wir warten seit ein par Tagen auf Wind, um wieder nach Itaparica segeln zu können. Heute kam der Wind aber es kam auch eine Magen- und Darmgrippe. So wir bleiben noch in Salvador.
In der letzten Woche sind wir im Fluss Rio Paraguacu gesegelt und haben ein paar Tagen bei der Kleinstadt Maragojipe geankert. Vor einiger Zeit trafen wir Fotografen Ivan in Salvador, der mit seiner Lebensgefährtin in Maragojipe wohnt. Der Ort ist hübsch und typisch für Brasilien. Viele Einwohner versorgen sich durch Landwirtschaft oder Fischen. Die Fischer scheinen immer gute Laune zu haben, schon um 5:30 Uhr singen sie wenn sie zu ihren Netzen paddeln. Im Fluss wachsen ein ganz Teil Mangroven. Jeden Samstag Morgen ist grosser Markt in der Stadt. Die Bauern und anderen Verkäufer kommen von überall mit frischem Gemüse und Obst. Darüberhinaus kann man Maniokmehl, Fleisch, Fisch und alles Mögliche kaufen. Ein grosser Teil der Transporte wird mit Pferden, Eseln oder Rindern bewältigt. Einige von denen werden sogar über den Fluss gefrachtet. Und wenn man dann auf dem Markt ist, weiss man gar nicht wo man anfangen soll und wann man aufhören soll einzukaufen. Kann man nicht alles tragen, findet man ohne Probleme einen Jungen mit Schubkarre für den Heimtransport.
Wir wollten gern etwas mehr vom läntlichen Brasilien sehen und heuerten dafür Ivan und Sonia an. Früh am Morgen kam uns ein Fischer in seinem Kanu abholen. Dann fuhren wir aufs Land. Das Gebiet ist unzugänglig und die meiste Landarbeit wir für Hand gemacht. Wir machten auf unserem Ausflug oft Halt um uns die Natur und Intressantes anzusehen. Wir schauten zu wie aus Maniokwurzeln Mehl gemacht wird, wie man aus Zuckerrohr Rum brennt und besuchten eine kleine Dorfschule. Wir fuhren nach Sao Felipe um Mittag zu essen. In Brasilien gibt es Kilo- Restaurangs. Dort hat man ein grosses Buffet mit verschieden warmen Gerichten. Man nimmt soviel und was man will und bezahlt dann nach dem Gewicht. Das gab uns die Gelegenheit verschiedene Brasilianische Gerichte zu probieren, natürlich assen wir viel zu viel. Am Nachmittag fuhren wir nach Cachoeira weiter. Eine hübsche Stadt mit vielen historischen Gebäuden. Dort hat auch die Firma Dannemann ein Museum, wo Damen die Zigarren rollen. Nach einem unglaublich Erlebnisreichem Tag wurden wir wieder bei unserem Boot abgeliefert. Ivan und Sonia zeigten uns alles was uns interessierte, einfach toll. Sobald wir können werden wir wieder den Fluss heraufsegeln.
Eine einfache und sichere Metode sich in Salvador umzusehen, ist mit dem Bus zu fahren. Es gibt mehrere verschiedene Speditionen, die die ganze Stadt abdecken. Mit einem normalen Bus kostet die Fahrt 2 reais und mit einem airkondition-Bus 4 reais, egal wie weit man fährt. Rolf hat mal die Busse bei unserer nächsten Haltestelle gerechnet, in 15 Minuten fuhren zusammengerechnet 98 Busse in beide Richtungen.
Wir sind nach einiger Zeit bei Itaparica und im Fluss wieder nach Salvador gesegelt. Höhepunkt von unserem Aufenthalt bei Itaparica war unser Besuch bei Anders und Betulia Eriksson mit Tochter Alma. Anders ist Schwede und Betulia ist Brasilianerin. Vor ein par Jahren entschieden sie sich entgültig nach Brasilien, Itaparica, zu ziehen. Sie kauften ein fantastisches Grundstück mit mehreren Gästehäusern direkt am Meer. Grundstück und Häuser waren in schlechtem Zustand und die beiden haben unglaublich viel Arbeit und Geld investiert, um alles in Stand zu setzen. Wir haben uns sofort in die Häuser am Meer verliebt. In den Häusern haben sie unterschiedlich grosse Wohnungen abgeteilt und vermieten diese nun übers Internet. Ihr findet die Internetseite unter www.boibrasilien.com .
Und bei Itaparica hatten wir dann auch unseren ersten "Katze über Board" Zwischenfall. Darauf hatten wir schon lange gewartet bei unserem Wirbelwind. Bonita schwamm zum Ruder und hielt sich dort fest bis ich sie wieder an Board holte. Aber Angst vorm Wasser hat sie trotzdem nicht. Ein paar Stunden später waren wir auf der Sandbank, na und wenn Rolf und ich im Wasser umherlaufen, kann Bonita das auch.
Wir segelten dann wieder in den Fluss Paraguacu, wo wir an verschiedenen Stellen ankerten und uns die Natur und verschiedene Dörfer anschauten. Eine Ruine von einer kleinen Burg, ein Franziskanerkloster und eine kleine Insel mit Wald und vielen Insekten. Von Maragojipe aus machten wir noch einmal herrliche Ausflüge mit Sonia und Ivan. Sonia und Ivan kann man auch auf dem Internet finden: www.soniva.ixtro.net .
Wieder zurück in Salvador bekam Bonita ihre letzten Impfungen und wir haben unsere Visa verlängert. Kaum zu glauben, dass wir schon seit drei Monaten hier sind.

Am 7. Juli verabschiedeten wir uns von Salvador. Wir segelten noch einmal nach Itaparica um dort das gute Trinwasser zu tanken. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag gleich weiter, aber eine hartnäckige Erkältung machte uns einen Strich durch die Rechnung. Am 12. Juli fühlten wir uns wieder so wohl, dass wir uns auf den Weg machten. Wir kreutzten gegen harten Wind aus der Bucht bei Salvador. Dann konnten wir kurs nach Norden nehmen und bekamen den Wind von hinten, was sehr viel angenehmer und vor allem schneller war. Wir wollten eigentlich die Häfen Maceio und Suape unterwegs anlaufen, aber der Wind war zu stark und die See zu hoch um in die kleineren Häfen zu gehen. Am 15. waren wir Nachmittags in Recife. Bei der Hafeneinfahrt angekommen hatten wir noch 15 Minuten um bis zur Marina zu kommen. Wir hätten es fast geschafft, ein Frachtschiff und zwei Schlepper versperrten uns den Weg und die Tide kam uns dann wieder entgegen. Uns blieb nichts anderes übrig als am grossen Kaj festzumachen und darauf zu warten, bis die Tide wieder in den Hafen reinging. Natürlich kam Hafenpersonal und fragte uns warum wir nicht weiterfuhren, aber sie verstanden unser Problem und niemand war sauer. Am Abend fuhren wir dann die restliche Strecke bis zum "Pernambuco IATE Club". Dort suchten wir uns eine Mooring zum festmachen und schliefen zufrieden ein. Am nächsten Tag ruhten wir uns aus und trafen Eduardo, den Hafenmeister. Er holte uns dann am nächsten Morgen ab und begleitete uns zur Polizei und den Hafenbehörden. Der Hafen hier ist nicht gerade attraktiv und das Wasser ist sehr schmutzig. Aber die Marina ist billig, 5 reais (ca 2 Euro) per Tag und Dusche ist inbegriffen. Aber framförallt hat man hier Eduardo, eine Seele von Mensch, der mit allem hilft. "Pernambuco IATE Club" wurde am 18. Juli 1949 gegründet. So wir hatten das Glück am 59. Jubileum teilnehmen zu dürfen. Der Tag wurde mit einer Regatta begonnen, danach waren wir zum Mittagessen eingeladen. Nach dem Essen wurden Preise verteilt und die Stimmung war hoch. Ein herrlicher Tag.
Unter unserer Reise nach Recife hatte Rolf leichte Rückenschmerzen. Nach fast einer Woche wurde es nur schlimmer. Wir fragten unseren Hafenmeister Eduardo, wie wir mit einem Doktor in Kontakt kommen können. Er sprach mit den anderen Angestellten hier und die Restaurangchefin Christina rief ihren Bekannten bei der Touristpolizei an, danach sprach sie mit ihrem Arzt. Da wir keine Krankenversicherung für Brasilien haben, wurden wir mit einem Krankentransport zu einem der öffentlichen Krankenhäuser gebracht. Eduardo kam auch mit, zum Glück. Der Arzt sprach zwar englisch, aber sich einen Durchblick in dem hiesigen System zu verschaffen, ist schwer. Für eine Untersuchung hatte der Arzt keine Zeit aber er verschrieb Medikamente nach unseren Beschreibungen.
Nach einer guten Woche ging es Rolf wieder besser, leider sind die Schmerzen nicht ganz weg. Wir haben aber zwei Ausflüge mit dem Bus machen können. Einmal sind wir ins Stadtzentrum gefahren und dann waren wir in einem Shoppingzentrum. Das Shoppingzentrum war nicht für unsere Brieftasche, dort hält sich die brasilianische Mittelklasse auf. Im Stadtzentrum gibt es unglaublich viele Geschäfte. Wie die alle überleben können ist uns ein Rätsel. Vor Taschendieben wurden wir auch hier wieder gewarnt.
Ist man an Architektur interessiert, gibt es hier einiges zu sehen. Wir haben auch einen Abstecher nach Olinda, eine der ältesten Städte der Region, machen können. Wir wanderten ein wenig durch den alten Teil und besuchten dann das "Convento de Sao Francisco", ein altes Fransiskanerkloster. Das Kloster ist sehr gut erhalten und die Atmosphäre war sehr angenehm. Auch auf diesem Abstecher wurden wir von der Servicebereitschaft des Buspersonals angenehm überrascht. So ist es für uns die ganze Zeit in Brasilien gewesen, wir konnten gar nicht falsch ankommen. Alle haben sich um uns gekümmert. Die restliche Zeit in Recife haben wir mit alltäglichen Dingen verbracht. Einkaufen, am Boot arbeiten, andre Segler treffen und Rolf war beim Zahnarzt. Die Zahnarztbesuche machten ihm viel Spass, da es nur junge, weibliche Zahnärztinnen waren. Dann war es auch relativ billig, wenn man mit Schweden vergleicht.
Nach einem guten Monat, am 27. August verliessen wir "Pernambuco IATE Club" und Recife mit ihren fantastischen Menschen. Ein schwerer Abschied, ich (Diana) vermisse Jean, Bob und Eduardo. Das ist eine Seite des Reisens, die man gern vergisst. Es tut weh Freunde zu verlassen, die man gerade gefunden hat und vielleicht nie wieder sieht.
Bis zu unserem nächsten Halt, Cabedelo/ Jacare, hatten wir mit ca 20 Stunden Segeln gerechnet. Wir bekamen mehr Wind als versprochen und mussten ausserhalb der Hafeneinfahrt 3 Stunden auf die richtige Strömungsrichtung warten. Kurz vor der Einfahrt tauchten dann plötzlich drei grosse Wale vor unserem Boot auf. Es sind viele Wale auf dem Weg nach Süden um ihre Jungen zu bekommen. Im Fluss kam uns dann ein harter Wind entgegen und wir ankerten bei einer kleinen Insel. Wir waren mit dem Effekt des Motors nicht so recht zufrieden und versuchten die Ursache zu finden. Naja, der Propeller war dick mit Muscheln und anderem bewachsen. Nachdem er wieder sauber war, ging es viel besser. Wir fuhren die restliche Strecke den Fluss hinauf und ankerten bei "Jacare Yacht Village". Hier liegen Boote von allen möglichen Ländern. Ein Teil Besatzung sind über die Regenzeit nach Hause geflogen. Hier zu ankern ist etwas speciell. Bei einem frischen Wind und ausgehender Tide (unter Spring), fliesst der Fluss mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 Knoten. Wenn der Wind gegen die Tide weht, tanzen die Boote (jedes in seinem eigenen Takt) wild herum. Jacare ist ein brasilianischer Turistort und wir sind froh, dass keine Hochsäsong ist. Nahe bei der Marina liegen ein ganz Teil Restaurangs und Bars. Das eigentliche Dorf merkt man nicht so viel und meistens gehen wir dort einkaufen. So wie es aussieht, ist Jacare unsere letzte Station in Brasilien. Unsere Visa laufen am 1. Oktober ab, nicht das das ein Problem wäre. Ein Teil Segler gehen nie zu den Behörden. Aber in unseren Augen gehört das zum Respekt, den wir jedem Land schuldig sind. Andre Länder, andre Sitten.
Wir haben die letzte Zeit damit verbracht uns hier die Umgebung von Jacare anzusehen. Wir sind in Joao Pessoa gewesen, eine hübsche Stadt  mit viel Natur und einer schönen Altstadt. Wir haben Einkäufe erledigt und unser Boot auch unter der Wasserlinie saubergemacht. Ebbe und Flut können eben manchmal richtig praktisch sein. Ansonsten haben wir uns die Natur um unseren Ankerplatz herum angesehen. Am Flussufer wachsen meistens Mangroven, aber das ist ein wirklich fascinierendes Ökosystem. Abends sassen wir manchmal auf dem Boot und haben uns die Feuer auf den Äckern angesehen, wo die Reste der Zuckerrohrernte verbrannt wurden.
Nun haben wir den 29 September und wir sind heute bei den Behörden gewesen um uns hier in Brasilien abzumelden. Dann versuchten wir noch ein bisschen Geld aus dem Automaten zu ziehen, aber das ging nicht. Wir konnten aber mit der Karte einkaufen. Ob das wohl an der finanziellen Unruhe liegt?
Innerhalb der nächsten Tagen segeln wir also wieder einmal weiter. Brasilien, welches fantastische Land und welche unglaublichen Menschen wir hier getroffen haben. Wer weiss, vielleicht eines Tages.......
Até logo!

Unser nächstes Ziel ist Kourou in Französisch Guiana. Diese Etappe wird mindestens 10 Tage in Anspruch nehmen, jenachdem wie uns das Wetter hold ist.

Bis bald!

upp

Französisch Guiana (14.Oktober - 1.November 2008)

Von Jacare in Brasilien bis nach Kourou in Französisch Guiana segelten wir 1440 nautische Meilen in 12 Tagen. Wir hatten die ganze Zeit gutes Wetter, nur an drei Tagen war der Wind sehr schwach. Die Strömung war mit uns und dafür waren wir natürlich dankbar. Nun sind wir also wieder auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Überquerung des Äquators war ganz undramatisch und wieder bei Nacht. Auf dieser Etappe konnten wir fast jeden Morgen Flugfisch auf dem Deck einsammeln, was Bonita sehr freute. Rolf fing auch eine schöne Goldmakrele, die wir uns haben schmecken lassen. Wir sind weit von der Küste entfernt gesegelt, aber als wir am Gebiet des Amazonasdeltas vorbeikamen, sahen wir ungewöhnlich viele Fische. Das Wasser war wohl sehr Nahrungsreich. Ums Boot herum kreisten öfter grosse Goldmakrelen, die die kleinen Fische unter unserem Boot fangen wollten. Wenn man eine Weile nicht gesegelt ist, dauert es immer ein paar Tage bis man sich wieder an den Seegang gewöhnt hat. Das können ziehmlich anstrengende Tage sein, man muss ja trotzdem alles Notwendige an Bord erledigen. Die Einfahrt nach Kourou fanden wir mit Hilfe von Waypoints aus dem Internet. Hatte man erstmal die erste Tonne gefunden, war es kein Problem. Der Kanal ist sehr gut markiert. Damit die grossen Schiffen mit dem Raketentreibstoff hier nach Kourou kommen können, wird der Kanal ständig von einem Mudderwerk offen gehalten. Ausserhalb von Kourou liegen auch die berühmten Ile de Salut, mit der Teufelsinsel. Am 14. Oktober ankerten wir also im Fluss bei Kourou. Die meisten Boote sind von Frankreich, aber wir haben auch ein Boot von Deutschland und ein Boot aus Finnland als Gesellschaft. Das finnische Boot hatten wir bereits in Brasilien getroffen. Der Ort Kourou ist nicht besonders attraktiv. Die Preise sind genauso hoch wie in Frankreich, aber wir fanden doch einen billigen Laden. Das Einklarieren war einfach, wir sind ja sozusagen in Frankreich und damit in der EU. Hier ist ja auch die Ariane-Raketenbasis zu Hause und die haben wir uns inzwischen angesehen. Die Dame beim Zoll rief für uns an, um einen Termin für die Besichtigung zu buchen. Ohne Buchung darf man nicht auf das Gelände. Wir fuhren für die Besichtigung erst ein Stück den Fluss hinauf und fuhren dann per Anhalter bis zum Ariane-Zentrum. Dort nahm man unsere Pässe in Beschlag und dann wurden wir 3 Stunden auf dem Gelände umhergeführt. Wir wurden also umhergefahren, das Gelände ist viel zu gross um es zu Fuss zu besichtigen. Schade war nur, dass die ganze Führung auf Französisch war. Aber intressant war es trotzdem. Auf dem Weg zurück zu unserem Beiboot nahmen uns zwei Damen mit, die die gleiche Führung besucht hatten. Man kann nicht klagen. Auch wenn es etwas teurer war, haben wir unsere Vorräte wieder etwas aufgefüllt. Kartoffelbrei in Pulverform hatten wir schon lange nicht mehr gegessen und einige Konserven kauften wir auch. Das Meiste in den Lebensmittelgeschäften hier, ist von Frankreich importiert. Ansonsten taten wir nicht so viel, es war einfach zu heiss. Kourou liegt zu nahe am Äquator. Will man etwas tun, so tut man es zeitig am Morgen oder nachdem die Sonne untergegangen ist. Am 27. November meldeten wir uns bei den Behörden wieder ab. Wir baten darum noch zwei Tage bei den Inseln bleiben zu dürfen und das war ok. Wir segelten noch am gleichen Tag hinaus, hatten aber den Wind mal wieder von vorn und mussten kreuzen. Das mochten wir nicht, kaum bekamen wir ein bisschen Fahrt, mussten wir schon wieder über stag gehen. Dann wurde die Regulage für unseren Motor wieder heiss, was Rolf wieder viel Arbeit gab. Wir wurden aber für unsere Mühen von den herrlichen Inseln belohnt. Zuerst besuchten wir St. Joseph, wo noch immer ein ganz Teil Ruinen von dem  Gefangenenlager stehen. Es muss die reine Hölle gewesen sein, in dieser feuchten Wärme, mit Insekten und Krankheiten. Überall standen grosse Schilder "Betreten verboten!", kein Mensch kümmerte sich. Die einzigen Schilder, die wirklich berechtigt waren, waren die, die vor fallenden Kokosnüssen warnten. Überall wuchsen Kokospalmen und die Nüssen fielen hier und da. Als nächste Insel nahmen wir uns die Ile de Royal vor. Hier stehen auch einige Ruinen und ein ganz Teil Gebäude, die angewendet werden (Hotel, Kirche, Museum und Verwaltung). Von dieser Insel ging früher eine Seilbahn, die die Verbindung mit der Ile de Diablo (Teufelsinsel) herstellte. Es ist schwierig die Teufelsinsel mit dem Boot anzulaufen. Starke Strömungen und ewiger Seegang machen, dass man einen gebührenden Abstand hält. Aus unseren geplanten 2 Tagen wurden zum Schluss 5 Tage. Am 1. November lichteten wir unseren Anker und setzten Kurs au Paramaribo in Surinam.

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Surinam ( 3. November - 28. November 2008 )

Wir begannen diese Etappe mit schwachen Winden. Am zweiten Tagen hatten wir guten Wind und machten gute Fahrt. Rolf fing einen sehr gut schmeckende Fisch, von dem wir aber leider nicht den Namen wissen. Wir kamen genau richtig, bei Niedrigwasser bei der äusseren Tonne zur Einfahrt an. Nun hatten wir 10 Seemeilen bis zur Flussmündung und noch 10 weitere bis nach Paramaribo. Beinahe genau 2 Tagen nach unserer Abreise warfen wir Anker bei Surinams Hauptstadt. Wir waren sehr müde und legten uns gleich schlafen. Irgendjemand hupte ständig bei unserem Boot, aber ich wollte einfach nicht richtig wach werden. Zum Schluss machte ich dann doch die Augen auf um nachzusehen wer da war. Die Türen zum Cockpitt waren offen und hinter unserem Boot sah ich ein Polizeiboot. Als sie sahen, dass wir entlich wach waren, kamen sie auch gleich an Bord um alle Papiere zu kontrollieren. Tor und Mary waren schon ein par Tage vor uns angekommen und halfen uns nun alle Behörden zu finden. Das war ein ganz Teil hin- und hergerenne aber eigentlich kein Problem. Schon am nächsten Tag konnten wir unsere Visa abholen. Nun war auch noch ein Boot aus Schottland gekommen und wir nahmen Eileen und Mike gleich mit uns mit, um nun ihnen die Behörden zu zeigen. Am 6. November segelten wir dann die restlichen 9 Seemeilen den Fluss hinauf und ankerten bei Domburg, wo die meisten anderen Segler bleiben. Hier gibt es einige Geschäfte, Tankstelle, Markt und Bars. Einige Morings stehen auch zur Verfügung. Ein ruhiger Plats, wo man sich sicher fühlt. Das Flusswasser ist bedeutend sauberer als an den anderen Stellen. Zum Ende der ausgehenden Tide ist es nur noch Süsswasser und taugt zum abwaschen, duschen und Wäsche waschen. Gemeinsam mit Neptune fuhren wir weiter den Fluss hinauf. Leider ging das nur weitere 9 Seemeilen, dann kam eine viel zu niedrige Brücke. Aber wir wurden von der fantastischen Natur überrascht. Unsere Pläne, eine Reise in den Regenwald zu kaufen, übergaben wir direkt. Wir waren ja schon da! Wir ankerten an verschiedenen Stellen und genossen die Natur. Auf dem Weg zurück nach Domburg entdeckten wir dann noch den Auslauf eines Flüsschens/Kanal. Wir ankerten ausserhalb der Mündung und fuhren mit unserem Beiboot, so weit wir konnten, hinein. Eine unglaubliche Vielzahl von Vögeln, Insekten und auch Affen begrüssten uns. Wir versuchten an Land zu gehen aber es wächst einfach zu dicht, um eine Wanderung zu machen. Als ich einen Zweig von meiner Tasche wegstreichen wollte, fing der plötzlich an sich zu bewegen. Rate mal ob ich mich erschreckt habe. In Surinam leben die verschiedensten Fölker und Religionen zusammen. Obwohl sie alle schon vor vielen Generationen hierher gekommen sind, halten sie ihre Kultur am Leben. In Paramaribo findet man eine Synagoge gleich neben einer Mosche. Hier spricht man Dutch, was die Holländische Sprache ist. Aber jeder scheint Englisch zu können. Die Leute sind sehr freundlich und neugierig auf uns. In der Stadt muss man natürlich, wie überall, seine Augen offen halten. Sich innerhalb von Surinam zu bewegen ist nicht schwer. Bus- und Bootlinien gibt es in alle Richtungen. Die Busse fahren ab wenn sie voll sind. Das dauert aber meistens nicht sehr lange, da nur 25 - 30 Personen Platz haben. Gestern Abend, den 15. November, waren wir bei Tor und Mary zum Essen eingeladen. Mary kocht fantastisch gutes, thailändisches Essen. Wir hatten einen schönen Abend bei Mondschein. Als wir dann zu unserem Boot zurückkamen, wurde mir gleich klar, dass etwas nicht stimmt. Bonita begrüsste uns nicht, wie üblich. Rolf suchte an Bord aber sie war weg. Ich fuhr zu den Nachbarbooten in Stromrichtung, aber auch dort war sie nicht. Ihr könnt euch denken wie unglücklich ich war. Wir fuhren mit dem Beiboot in Stromrichtung am Ufer entlang. Und nach ca 1 km leuchteten uns dann entlich ein paar Augen entgegen. Da sass unsere Bonita auf einer Baumwurzel am Ufer. Wir waren alle drei überglücklich.
Die restliche Zeit in Surinam verging sehr schnell. Domburg ist ein guter Platz, um eine Weile still zu liegen. Aber unser Visum galt nur einen Monat und am 26. November segelten wir zurück nach Paramaribo. Wir klarierten aus und kauften noch Essen für die nächste Etappe. Am 28. November segelten wir aus dem Surinam River und nahmen Kurs auf Tobago.

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Tobago 2.Dezember - 13.Dezember 2008

Von Paramaribo nach Charlotteville auf Tobago segelten wir 477 Nautische Meilen. Die Reise begann ganz ruhig, aber je weiter wir nach Norden kamen, um so schlechter wurde das Wetter. Am 2. Tag bekam Rolf einen grossen Fisch an die Angel. Er kämpfte lange bevor wir in an Bord bekamen. Der Fisch rächte sich und verpasste Rolf eine tiefe Wunde am linken Fuss. Das war nicht gut, Wunden und Salzwasser geben oft Probleme. Wir reinigten gründlich und klebten die Wundränder zusammen.
Am letzten Tag vor Tobago kamen viele Regenschauer med sehr viel Wind, Rolf konnte vielen ausweichen. Aber am Nachmittag wurde der Wind immer stärker und wir nahmen das Vorsegel herunter. In der Nacht wurde der Wind immer härter, unser Windgenerator blockierte wegen der hohen Drehzahl immer wieder. Das war uns noch nie passiert. Nun überliess ich Rolf das Segeln, es wurde so langsam unheimlich. Wir segelten Halbwind und ein Teil Wellen brachen über dem Boot. Die Wellen waren ca 4-5 Meter hoch. Unter dieser Etappe läckte mehr Wasser als gewöhnlich ins Boot und wir sahen, dass es bei den Schrauben des Ruder-skedd hereinkam. Wir refften das Gross und hofften, es würde sich bald beruhigen. Aber erst zum Morgen liess der Wind etwas nach und da waren wir dann auch an der Nordostspitze von Tobago angekommen. Als wir entlich in die "Man of War Bay" einlaufen konnten atmeten wir auf. Wir suchten uns einen Ankerplatz und dann machten wir uns gleich für die Einklarierung fertig. Da bekamen wir dann auch zu sehen, das unser einer Computer die Reise nicht überlebt hatte. Er lag gut verstaut in seiner Tasche, aber trotzdem hatte Salzwasser den Weg hineingefunden. Da ich mit diesem Computer immer die Internetseite bearbeit habe, versteht ihr sicher, warum ihr so lange auf neue Reisebriefe warten musstet.
Charlotteville ist ein kleiner Ort, typisch für Westindien. Als wir zur Polizei gingen, schaukelte alles, das waren noch die Auswirkungen von der harten See. Der Zollbeamte war Erster mit seinen Formularen, da nahm der Mann von der Einwanderungsbehörde unsere Pässe und füllte seine Formulare selbst aus. Welch ein Service, dachten wir. Aber die Beiden waren nur so in Eile, weil ein Kreuzschiff kommen sollte. Die Beiden zu verstehen war eine ganz andere Sache, wir dachten die sprechen Englisch! Ja, das machen die auch, aber sie verschlucken die Hälfte und sprechen den Rest so schnell, das man kaum was versteht. Auf Tobago ist das Tempo sehr ruhig, die lachen nur über uns gestresste Europeer. Wandern ist in dem bergigen Gelände um Charlotteville ziehmlich anstrengend aber sehr schön. An einem Tag sind wir mit dem Buss nach Scarborough gefahren. Die Fahrt dauerte 1 1/2 Stunde und wir haben die halbe Insel zu sehen bekommen. Das Wasser in der Bucht ist sauber und wir lagen nahe an einem Riff. Es machte viel Spass zu schnorcheln und sich die bunten Fische anzusehen. Nur Bonita war von meinen Wasserausflügen nicht so begeistert, Rolf musste immer aufpassen, damit sie nicht hinterherhoppst.
Das Risiko bestohlen zu werden war sehr klein in Charlotteville, wir brauchten unser Beiboot nie anschliessen.
Wir blieben 10 Tage auf Tobago, dann wollten wir doch weiter nach Trinidad um das Boot an Land zu heben. Da wir an einem Samstag absegeln wollten, fragten wir beim Klarierungsbüro nach wie wir ausklarieren sollen. Der Zollbeamte bot uns an schon am Freitag Nachmittag zu kommen und alles zu erledigen. Das war wirklich nett, normalerweise geht das nicht in Trinidad - Tobago. So am Samstag kurz vor Mittag segelten wir weiter.

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Trinidad (14.Dezember 2008- 20.Januar 2009)

Am Nachmittag hatten wir Wind aber zum Abend wurde er immer schwächer. Die Segel schlugen immerzu und das war wirklich ärgerlich. Am späten Vormittag des nächsten Tages kamen näherten wir uns den Durchfahrten zum "Gulf of Praia". Wir wussten nicht wann Ebbe ist und ob wir hineinkommen konnten. Die Strömung zwischen Venezuela und Trinidad geht immer nach Norden, nur nach Ebbe wird die Strömung schwacher, so das wir hineinsegeln können. Aber wir hatten wiedereinmal Glück. Kurz vor der "Boca de Monos" der schmalsten Durchfahrt bekamen wir frischen Wind. Dann tauchten Fischerboote auf, die auch diese Durchfahrt benutzten und da wussten wir, dass wir zur rechten Zeit da waren. Wir segelten mit 5-6 knoten hindurch und der restliche Weg nach Chaguaramas war einfach. Wir fuhren gleich zum Zollsteg und machten unsere obligatorischen Besuche. Nach 20 Minuten war alles erledigt und wir hatten sogar schon eingekauft. Nun suchten wir uns eine Stelle zum Ankern und ruhten uns aus. Am Montag machten wir nicht viel. Wir schauten uns ein wenig um und trafen andere Segler von Schweden. Am Dienstag gingen wir zu "Power Boats" und vereinbarten alles um das Boot an Land zu bekommen. Alles funtionierte fantastisch. Am nächsten Tag rief uns die Dame vom Büro über Funk und wir fuhren zum Kran. Rolf nahm das Boot und ich fuhr mit dem Beiboot mit einem Bootshaken bewaffnet um helfen zu können. Als mich einer der Angestellten sah, schüttelte er den Kopf und sagte:"Lady ,you don´t need a boathook. We are here". Ich brauchte gar nichts zu machen, die Herren von der Werft erledigten alles mit grosser Rutine und in Ruhe. Dann wuschen sie das Unterwasserteil mit einer Hochdruckspritze und wir konnten anfangen zu arbeiten. Nach 5 Tagen hatten wir alle Probleme mit dem Leck beseitigt, mit Antifouling gestrichen und das Boot poliert. So am Morgen des 22. Dezember waren wir wieder im Wasser. Ihr fragt Euch vielleicht warum wir ein Leck hatten? Als wir über den Atlantik nach Brasilien gesegelt sind, sind wir auf etwas aufgesegelt. Wir wissen nicht was es war, aber zum Glück war es kein Container. Vielleicht ein schlafender oder toter Wal. Es leckte nicht gleich von Anfang aber nach dem harten Wetter wurde es bedeutend schlimmer. Chaguaramas ist nicht besonders attraktiv, hier liegen ca 400 - 500 Boote. Die meisten liegen auf dem Land und einige schon seit langer Zeit. Aber will man mit dem Boot arbeiten, ist das hier ein perfekter Platz. Man bekommt alles was man braucht und die Preise sind noch erschwinglich. Ausserdem hat man haufenweise mit Leuten herum,die man fragen kann, wenn man sich nicht sicher ist.
Am 23. mussten wir zum Krankenhaus, Rolfs Fuss war nach der ganzen Arbeit schlimmer geworden. Wir hatten den Namen von einer Klinik bekommen und fuhren mit einem "Maxitaxi", Minibusse die feste Linien fahren. Der Fahrer sollte uns Bescheid sagen, wann wir aussteigen sollten. Aber so waren wir plötzlich bei der Busscentrale. Hatte er uns vergessen? Nein, er fragte noch einmal nach dem Namen der Klinik und fuhr uns dann bis vor die Tür. Nun dachten wir, jetzt will er sicher viel bezahlt haben, aber der gute Mann nahm nicht einen Cent mehr, als für die normale Bussreise. In der Klinik wurde Rolf untersucht und er bekam ein Rezept für Antibiotika. Nun nach einigen Tagen sieht der Fuss etwas besser aus. Zusammen mit einigen anderen Skandinavischen Seglern haben wir Heilig Abend gefeiert. Hanna, die Kontaktperson für uns Skandinaver ist, hatte einen Schinken gekauft und wir anderen brachten den Rest zu Essen und Getränke mit. Ein geglückter Abend.

Kinder wie die Zeit vergeht!

Wir wünschen euch allen ein gesundes und glückliches 2009!

Zwischen Weihnachten und Neujahr machten wir einen Ausflug nach Port of Spain. Zwischen den Feiertagen hatten alle Geschäfte Extrapreise und wir bekamen einen neuen Computer für einen guten Preis. Silvester feierten wir in Ruhe allein an Bord, überhaupt war es sehr ruhig im Hafen an diesem Abend. Am 5. Januar fingen entlich alle Werkstätten wieder an zu arbeiten und wir lieferten unseren Autopiloten ein. "Goodwood Marin" versprach uns die Reparatur als Garanti auszuführen. Aber wir bekamen den Piloten mit einem alten Motor und Schraube zurück. Das konnten wir nicht als Garanti akzeptieren. Deren Entschuldigung war, dass es zu lange dauern würde, bis sie ein neues Ersatzteil besorgen können. Wir baten sie daraufhin uns den Autopiloten so zurückzugeben, wie wir ihn eingeliefert hatten. Rolf reparierte ihn dann selbst und nun geht er wieder.
Von Chaguaramas hatten wir nun die Nase voll. Wir segelten mit dem finnischen Boot "S/Y Neptune" ein par Tage nach Chacachacare. Die Insel bei Trinidad, die Nachbar mit Venezuela ist. Dort waren wir fast allein, die meisten Segler haben Angst vor Überfällen von Venezuela. Wir genossen die herrliche Ruhe, sowohl in der Umgebung als auch im Wasser. Spannende Wanderungen an Land erwarteten uns. Die Insel war von 1924 bis 1984 eine Leprakolonie. Dort gab es Krankenhäuser, Wohnhäuser, Lagerhäuser, Kirchen, Strassen, Wasser- und Stromversorgung. Ja alles, was man in anderen Orten auch finden kann. Viele Gebäude sind noch relativ gut erhalten und auch einige Inventarie sind noch vorhanden. Wir fanden ebenfalls Friedhöfe und die ganze Atmosphäre war ein wenig unheimlich. Um weiter in den Wald hineinzukommen brauchten wir unsere Machete. Rolf schlug uns den Weg frei und zur Belohnung fanden wir einen Papayabaum. Die schmeckten extra gut.
Nun änderte sich das Wetter und wir bekamen entlich mehr östlichen Wind. Also segelten wir zurück in den Hafen und vorbereiteten unsere Weiterreise. Für die Behörden brauchten wir diesmal bedeutend mehr Zeit. Wieder Formulare ausfüllen und so waren wir nicht die Einzigsten, die wegwollten oder ankamen. Erst gegen Mittag konnten wir absegeln. Im frischen Gegenwind dauerte es eine Weile, bis wir im offenen Meer waren. Nun setzten wir Segel und nahmen Kurs auf Cariacou, Grenada.

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Grenada (21. Januar - 24. Januar)

Der Wind war nicht ganz so östlich wie versprochen. Aber später, zur Nacht konnten wir unseren Kurs immermehr anpassen um an Grendas Ostseite vorbeizukommen. In der Karibik hat man im Winter ziehmlich konstante Winde von Nordost bis Ost. Das angenehme segeln mit dem Wind kann man also vergessen, wenn man nach Norden will. Aber auch wenn es etwas nass wurde und die Wellen das Boot manchmal ganz schön anschlugen, ging die Überfahrt schnell.
Cariacou war nicht so ganz unser Geschmack. Es gibt ein par gute Plätze zum Schnorcheln und das Wasser ist auch sauber. Aber unsere Gefühle sagten uns, dass wir weitersegeln wollten. Die Inseln liegen ja hier so nahe, das man nach ein par Stunden schon wieder an einer neuen Stelle ankern kann.

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St.Vincent und Grenadinen (24. Januar - 2. Februar 2009)

Union Island wurde unser erster Anhalt in den Grenadinen. Wir ankerten im Schutz von einem Riff bei Clifton. Hier gibt es eine kleine Marina, Geschäfte, Restaurangs und Bars und einen kleinen Flughafen. Dort konnten wir auch die Einklarierung erledigen. Obwohl hier viele Boote liegen, ist die Atmosphäre abgespannt. Hinter dem Riff bekommen wir zwar allen Wind ab, aber die See ist ruhig. Der frische Wind hat uns geholfen unsere Batterien mit dem Wingenerator mal wieder richtig aufzuladen. Die Preise variieren hier ein Teil, all Gemüse und Frucht holt man von St. Vincent. Am besten kommt man zurecht, wenn man kauft was die Einheimischen kaufen. Die Schwedische Krone ist ja leider nicht so stark zur Zeit und wir müssen unsere Ausgaben natürlich danach anpassen. Unseren geplanten Besuch im Nationalpark "Tobago Cays" gaben wir auf. Der Wind war zu stark um zwischen den Steinen und Riffen umherzusegeln. Und zum Schluss wollten wir nicht mehr auf besseres Wetter warten. Wir segelten anstellen weiter nach Canouan. Dort ankerten wir über Nacht. Am nächsten Morgen war ein Regengebiet aufgezogen. Ach was soll´s, wir segeln eben weiter; bestimmten wir. Wir segelten in strömenden Regen nach Bequia, was uns unser Autopilot mal wieder übel nahm und streikte. Nach dieser Etappe fanden wir aber entlich heraus, wo das Wasser reinkam. Das Salz hatte eine deutliche Spur hinterlassen. Rolf reinigte wieder alles und verklebte die Tasten, so dass sie nun dicht sind.
Auch auf Bequia war es das gleiche wie auf den anderen Grenadinen; viele Segelboote. Die meisten Charterboote und ein Glück, dass es genug Platz zum ankern gibt. Wir machten ein par Ausflüge an Land und schnorchelten. Das macht Spass in dem sauberen Wasser, die Fischen haben gar keine Angst und man fühlt sich wie in einem riesigen Aquarium. Als wir an einem Tag an Land kamen hörten wir muntere, rythmische Musik aus der Kirche. Als wir zum Eingang herumkamen, mussten wir einsehen, dass es eine Beerdigung war.
Beim Ausklarieren mussten wir noch einmal genau das gleiche Formular ausfüllen wie bei der Einklarierung. Naja, die ganze Bürokratie schafft jedenfalls Arbeitsplätze.

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Martinique (3.Februar - 9.Februar 2009)

Von Bequia segelten wir vorbei an St. Vincent und St. Lucia und kamen einen Tag später auf Martinique an. Die erste Nacht ankerten wir etwas ausserhalb und segelten am nächsten Vomittag weiter nach Fort de France. Auch hier ankerten ein ganz Teil andere Boote. Die Einklarierung konnten wir hier selbst am Computer, ganz unkompliziert, in einem Geschäft für Bootzubehör erledigen. Die Dame im Geschäft gab uns gleich noch einen Stadtplan und zeigte uns wo wir einkaufen können. Für den nächsten Tag war Streik angekündigt. Wir kauften also noch was wir brauchten und verbrachten den nächsten Tag an Bord. Am Freitag sollte alles wieder wie üblich sein, das war es aber dann doch nicht. Die Geschäfte hatten nicht voll geöffnet. Wir konnten aber trotzdem am Freitag und Samstag unsere Grosseinkäufe erledigen. In ein paar Monaten steht uns ja wieder eine Atlantik-Überseglung bevor und da brauchen wir ein ganz Teil Proviant. Ja und auf Martinique bekommt man das meiste zu erträglichen Preisen. Wir hatten von anderen Seglern gehört, dass auf Guadeloupe schon seit zwei Wochen gestreikt wurde und die Geschäfte leer sind.
Auf unseren Spaziergängen in Fort de France fühlten wir uns wie in einer Stadt in Frankreich. Martinique ist sicher eine schöne Insel. Schade, dass wir ausgerechnet unter den Streiks angekommen sind. Aber als am Montag dann Generalstreik ausgerufen wurde und die Stimmung immer schlechter wurde, wollten wir lieber weitersegeln. Rolf hat noch mit dem Autopiloten gearbeitet und die Schaltkreise mit Nagellack versiegelt. Nun scheint es besser zu gehen. Gegen Abend segelten wir dann ab ohne uns um eine eventuelle Ausklarierung zu kümmern.

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Dominica (10.Februar - 15.Februar 2009)

Auf dieser Etappe hatten wir alles; von Windstille bis "vielzuviel" Wind. Harte Fallwinde und leichte Briesen lösten einander ab. Zum Schluss mussten wir wie immer bis zum Ankerplatz kreuzen. Aber dort gefiel es uns dann auch gleich. Portsmouth ist ein kleiner Ort mit eigenem Charakter und für unsere Augen typisch für Westindien. Auch der bürokratische Teil war diesmal angenehm und einfach zu erlediegen. Nette Beamte, die gleich Ein- und Ausreise fertigmachten; sehr guter Service.
Dominica versucht Turisten mit seiner schönen Natur zu locken. Die Bewohner sind sehr nett und höflich. Wir haben mit dem Maxitaxi die Hauptstadt Roseau besucht. Das war ein totaler Kontrast, Musik, viele Menschen und leuchtende Farben. Ein herrlicher Frucht- und Gemüsemarkt und hübsche Häuschen. Das Norwegische Boot S/Y Lurifaks II lud uns zum Waffelessen ein, das hat vielleicht geschmeckt. Waffeln hatten wir ja schon ewig nicht mehr gegessen. Leider musste auch hier Rolf wieder den Werkzeugkasten hervorholen. Der in Brasilien gekaufte Generator ging kaputt. So wie es aussieht, hat man uns da betrogen und der Generator war nicht neu. Rolf merkte als er den Motor öffnen wollte, dass der schon mal geöffnet worden war. Und ein Teil, das das Motorenöl verteilt, war früher schon mal geschweisst worden und war nun wieder kaputt.
Am Abend vor unserer Abreisen fuhren wir zur Crusingboot-Anlegestelle um Wasser zu tanken. Die Brücke war ziehmlich hoch und man kam sich wie ein Akrobat vor, als ich zum Verteuen hochkletterte. Der Wächter kam und guckte unser Boot an und lachte: "It´s so little!" ("Es ist so klein"). Na, wir haben es ihm nicht übel genommen. Für 5€ konnten wir dann so viel Wasser tanken, wie wir wollten. Richtig gutes Wasser, so wir füllten alles was wir im Boot finden konnten.

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Montserrat (16.Februar - 17.Februar 2009)

Auf Guadeloupe wurde noch immer gestreikt, so wir segelten vorbei, weiter nach Montserrat. Dort kamen wir 5 Uhr Morgens an und nach ein paar Stunden Schlaf und Frühstück fuhren wir an Land. Wir klarieten gleichzeitig ein und aus. Eine spannende Insel mit einem leider sehr unruhigen Ankerplatz. Wir liessen uns einen Teil der Insel vom Auto aus zeigen und fuhren zum Beobachtungszentrum für den Vulkan. Dort zeigten sie uns einen Film über die Ausbrüche seit 1995. 1989 zerstörte und beschädigte der Orkan "Ivan" 95 % aller Gebäude auf der Insel. Der Wiederaufbau dauerte 5 Jahre. Und dann 1995 kam plötzlich der Ausbruch des Vulkans und seit dem hat er viele Ausbrüche gehabt. Ungefähr 2/3 von Montserrat sind heute abgesperrt und niemand wohnt dort. Viele Menschen haben die Insel verlassen, als ihnen ihr Lebensunterhalt zerstört wurde. Heute leben ca 5000 Personen dort. Die komplette Infrastruktur, Häuser, Hotell, Hafen; ja alles wird nun im nördlichen Teil der Insel neu aufgebaut. Wir besuchten einen ehemaligen Hafen der heute mit Vulkanasche gefüllt ist. Die Asche hat die Insel fruchtbar gemacht, dort wo Regen hinkommt, wachsen Gemüse und Frucht sehr gut. Die Bewohner sehen mit Zuversicht in die Zukunft.

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Antigua (17.Februar - 25.Februar 2009)

Der Wetterdienst hatte harte nördliche Winde vohergesagt und bevor die uns erreichten, wollten wir uns einen sicheren Ankerplatz suchen. Wir segelten also weiter nach Antigua. In aussergewöhnlich schwachen Winden bekamen wir eine ruhige Überfahrt. Nach 2/3 der Strecke verschwann der Wind ganz und erst als wir näher an die Insel herankamen konnten wir in den lokalen Winden weitersegeln. Die Sonne ging leider unter, bevor wir den Hafen erreichten. Aber wir fanden trotzdem einen Ankerplatz in Falmouth Harbour. Dann sahen wir uns mit grossen Augen um. Oh, hier liegen vielleicht Boote, in Grössen, die man sich kaum vorstellen kann. Die haben so hohe Mäste, dass sie rote Laternen anhaben, wenn es dunkel wird. Ja hier fühlen sich ein Teil reiche Leute anscheinend zu Hause. Sehenswert ist "Nelson´s Dockyard National Park" in English Harbour. Dort hat man Gebäude und Hafenteile von Früher restauriert und wieder aufgebaut. Ansonsten gibt es in der Nähe nichts interessantes zu sehen. Sobald es das Wetter zulässt, segeln wir weiter.
Auf Antigua trafen wir noch Segelbekannte und verbrachten wieder schöne Stunden mit Gesprächen. Das Wetter wurde entlich besser und am Mittwoch, den 25. klarierten wir aus. Diese Prozedur dauert auf Antigua ihre Zeit. Positiv ist, dass man alle Behörden in einem Büro platziert hat. Man geht zuerst zum Schalter für die Hafenbehörde, dort kontrolliert man, dass alles bezahlt ist. Mit dieser Bestätigung geht man zum Zollschalter, dort bekommt man noch einmal das gleiche Formular wie beim Einklarieren, um es noch einmal auszufüllen. Damit dann wieder zurück zum Zoll, der seine Stempel raufdrückt. Dann zum nächsten Schalter: Immigration. Dort geht man noch einmal alle papiere durch und stempel die Pässe für die Ausreise. Fertig. Leider wollen immer ein ganz Teil andere Segler genau das gleiche und das heisst; Schlange stehen. Wir waren jedenfalls zum Mittag fertig und konnten absegeln. Draussen im Meer sahen wir, wie bei unserer Ankunft, Wale. Die sind jetzt wieder auf der Wanderung nach Norden. Später am Nachmittag bekamen wir sogar Gesellschaft von einer Gruppe Delfine. Die machten uns richtig froh, wir hatten seit Tobago keine Delfine gesehen.

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St. Barthelemy (St. Barts) (26. Februar - 28. Februar 2009)

Ein guter Wind führte uns relativ schnell nach St. Barts. Nur der Seegang war etwas kaotisch und dafür unangenehm. Wir kamen noch vor Sonnenaufgang an und ankerten in einem Wirrwarr von anderen Booten. Wir schliefen dann erst mal richtig aus, assen ein spätes Frühstück und sahen uns nach einem besseren Ankerplatz um. Der Seegang hielt die ganze Bucht in Bewegung, aber wir ankerten näher am Hafen und waren erst mal zufrieden. Wir hatten noch keine Lust an Land zu gehen und verschoben den Behördengang auf den nächsten Morgen. Da wir dann nur noch eine weitere Nacht bleiben wollten konnten wir alles für die Ein- und Ausreise fertig machen. Nun gingen wir auf Entdeckungsreise in Gustavia. Die Insel St. Barts gehörte unter einer Periode von ca 100 Jahren im 18. Jahrhundert zu Schweden. Einige Häuser und Strassennamen erinnern noch daran. Gustavia, die Hauptstadt, wird hauptsächlich von Schaufenstern dominiert. Alle grossen Modenamen und Märken sind hier versammelt und sollen kaufstarke Besucher zur Insel locken. Darum sieht man auch hier viele Superyachts und die kleineren Flugzeuge, die hier landen können, fliegen oft. Aber wir fanden zum Schluss noch ein paar alte Häuser aus der "Schwedenzeit", wir besuchten eine Anglikanische Kirche und sahen uns das Inselmuseum an. Alles sehr interessant.

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St. Martin (28. Februar - 10. März 2009)

Unser nächstes Ziel St. Martin konnten wir von St. Barts aus sehen. Wir segelten in leichten Winden über zu unserem nächsten Stopp. Wir ankerten nahe an einem Strand, ausserhalb der Lagune, die im westlichen Teil der Insel liegt. Die Einreiseformaliteten waren einfach, nur wieder ein paar Formulare ausfüllen. Für die meisten Ankerplätze muss man hier bezahlen. Aber ok, wir können unseren Müll in einen Container werfen und es gibt Stege für die Beiboote. Obwohl St. Martin auch nur eine kleine Insel ist, ist sie geteilt. Der Norden gehört zu Frankreich und der Süden zu den Holländischen Antillen. Für uns Turisten hat das kaum Bedeutung, da es keine Grenze gibt. Wir haben einige Ausflüge zu den verschiedenen Geschäften gemacht um uns einen Überblick zu verschaffen. Die schwedische Krone hat viel an Wert verloren und wir bezahlen für einen Dollar 3 Kronen mehr als bei unserer Abreise. Nun ist für uns die französische Seite mit Euro-preisen billiger. Als wir mit dem Beiboot in der französischen Lagune unterwegs waren, entdeckten wir ein anderes schwedisches Seegelboot, das uns sehr bekannt vokam. Ja, das waren tatsächlich Einar und Liisa, die wir zuletzt in Salvador, Brasilien gesehen hatten. Das war ein fröhliches Hallo. Auf dem kleinen Flugplatz hier starten und landen ziemlich grosse Flugzeuge. Wir sehen von unserem Ankerplatz zu wie sie starten und steil nach oben gehen um die Berge zu vermeiden. Zur Zeit findet hier eine grosse Regatta statt. Abends liegen nur hier in unserer Bucht ca 250 Boote vor Anker. Ein fantastischer Anblick. Landschaftlich sind Antigua, St. Barts und St. Martin sehr ähnlich, trocken und Buschvegetation.

Wir vorbereiten uns nun für eine längere Etappe. Unser nächstes Ziel ist die Kubanische Nordküste ca 750 Seemeilen von hier (ca 1 Woche). Auf Kuba freuen wir uns schon, auch wenn wir nicht so ganz wissen was uns erwartet. So dieses ist erstmal für einige Zeit der letzte Reisebrief. Internet ist nicht so einfach zu finden auf Kuba, oft nur in teuren Hotells, ist teuer und sehr langsam. Wir wissen also nicht ob wir unsere Seite von dort aktualisieren können. Aber wir versprechen alles aufzuschreiben, damit wir dann im Nachhinein einen ausführlichen Reisebericht schreiben können.
Wenn unsere Planung funktioniert, wollen wir Kuba Ende April verlassen und wieder über den Atlantik zurücksegeln. Wir haben noch nicht beschlossen, ob wir eine Pause in Bermudas einlegen. Das hängt ganz davon ab wie das Wetter ist und wie wir uns fühlen. Von Kuba bis zu den Azoren sind es ca 3000 Seemeilen das dauert ca 1 Monat. Wir haben nun Proviant für 3 Monate und 40 Liter Alkohol für unseren Herd anbord. Natürlich hoffen wir auch beim Fischen Glück zu haben, immer eine angenehme Abwechslung zu den Konserven.

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Cuba (16 März - 30 April 2009)

Am 10. März konnten wir nun endlich von St. Martin absegeln. Ein schönes Gefühl wieder auf See zu sein. Es dauerte wieder ein paar Tage bis wir uns an den Seegang gewöhnt hatten. Wir hatten auf dieser 6 Tage langen Etappe (775 Seemeilen) guten Wind. Rolf fing zwei schöne Tunfische.

Als wir uns Cuba näherten versuchten wir Kontakt mit der Küstenwache zu bekommen. Aber niemand antwortete. In unserem Pilotbuch war Samá als erster Einklarierungshafen an der Nordküste angegeben. Wir versuchten immerwieder die Küstenwachen oder die Hafenbehörde zu erreichen. Keiner antwortete. Wir segelten in die Bucht bei Samá und da wurden wir plötzlich über VHF- radio angerufen. Wir verstanden zwar nicht was man sagte, aber wir konnten es uns beinahe denken; in Samá gab es gar keinen Hafen. Wir ankerten jedenfalls beim Dorf und zwei Soldaten von der Küstenwache kamen zum Boot um uns zu bitten nach Puerto de Vita weiterzusegeln. Das Dorf sah sehr arm aus. Ein Teil Häuser waren zerstört. Die Orkansäsong war im vorigen Jahr die schlimmste seit 50 Jahren für Cuba.
Wir segelten also ein Stück weiter nach Puerto de Vita, wo wir uns officiell in Cuba anmelden konnten. Die Marina lag gut geschützt, von Mangroven umgeben. Wir wurden herzlich begrüsst. Als erster kam ein Arzt an Bord und versicherte sich, dass wir gesund waren. Als wir ihm alle Fragen beantwortet hatten und er zufrieden war, rief er die anderen Behörden an Bord. Da kamen der Hafenmeister, ein Zollbeamter und ein Beamter für die Ausstellung des Visums. Die meisten Formulare füllten sie selbst aus. Nun verliess uns der Arzt und ein Mann vom Gesundheitsamt kam. Er untersuchte unser Proviant und Pflanzen (Bonitas Gras und ein Aloevera). Er machte ein ganz Teil Notizen über das Essen im Boot und kostete misstrauisch vom Kartoffelmehl. Als er dann unseren Vorrat für unsere bevorstehende Überseglung nach Europa zu sehen bekam, war das zuviel. Man konnte ihm ansehen, was in seinem Kopf herumging. Es war sicher hart das alles neutral zu behandeln, wenn man sich selbst nur das Wichtigste leisten kann. Nun sollte das Boot durchsucht werden. Zwei Mann und einer von uns drängelten sich um in Fächer, Schränke, unter den Fussboden und überall wo man rannkommen konnte, reinzusehen. Dann sollte noch der Suchhund an Bord und Bonita und ich gingen so lange an Land. Nach guten 2 Stunden war so alles überstanden. Alle waren unheimlich freundlich und wir lachten ein ganz Teil. In der Marina war es sehr ruhig und wir schliefen tief und fest. Am nächsten Morgen fühlten wir uns ungewöhnlich ausgeruht. Wir fingen nun an auf dem Boot Ordnung zu schaffen. Rolf hatte eine grosse Aufgabe vor sich, er musste unser Radio und den SSB- Empfänger wieder einbauen. Die waren aus ihren Halterungen gefahren, als auf dem Weg hierher, eine grosse Welle einen Volltreffer in die Bootseite bekam. Am Nachmittag kam Tina, unsere Ansprechpartnerin in der Marina und lud uns zu einem Drink ein. Sie erklärte uns wie alles funtioniert.
In Cuba gibt es zwei Währungen, den cubanischen Peso und den convertiblen Peso (CUC). CUC ist eine Währung die es nur auf Cuba gibt und die man auch nirgenwo anders wechseln kann. Der CUC ersetzt im Prinzip den seit 2004 verbotenen Dollar auf Cuba. Von Turisten erwartet man, dass sie in CUC bezahlen. Ausnahmen sind die staatlichen Gemüsemärkte, einige Bäcker und die Linienbusse. Es gibt also zwei Arten von Geschäften, Geschäften für Cubaner und Geschäfte für Leute mit CUC. 1 CUC = 24 cubanische Pesos, 1 CUC = 0,85 €. Cubaner bekommen ihre Löhne in cubanischen Pesos. Jeden Monat können sie Rationen Grundlebensmittel zu niedrigen Preisen kaufen. Ob das zum Leben reicht? Ja, man hat ausreichend zu essen. Aber alle, die sich trauen, sagen dass es nicht reicht. Also müssen sich die Cubaner CUC beschaffen. Bei Monatslöhnen zwischen 280 und 450 cuabnischen Pesos ist an wechseln nicht zu denken. Cuba lebt vom Schwarzmarkt. Und egal wie laut sie ihren Kommunismus propagieren, es gibt grosse Klassenunterschiede in Cuba. Hat man CUC, kan man fast alles kaufen; auch wenn die Preise unangemessen sind.
Nun brauchten wir also auch diese Währung und mussten irgendwie zu nächsten Bank kommen. Die Marina lag ca 15 km vom nächsten Turistort. Busse gab es keine, blieben also nur noch Taxi oder per Anhalter übrig. Per Anhalter reisen die meisten Cubaner. Wir entschieden uns fürs Taxi. Nachdem wir gewechselt hatten machten wir einen Spaziergang durch das Hotell-Zentrum und verstanden bald, dass Cuba nicht billig wird. Am besten wechselt man hier EUR, Pfund oder kanadensische Dollar. Auf keinen Fall US-Dollar, für die muss man eine Strafgebühr bezahlen. Das gleiche gilt, wenn man seine Kreditkarte anwendet, da diese in US-Dollar abgerechnet werden. Ausser einem kleinen Markt für Hantwerk und dem Strand gab es in Guardalavaca nicht viel zu sehen und wir fuhren wieder zum Boot. Ausserhalb der Marina liegt ein kleines Dorf und ein Hafen. Wir waren natürlich neugierig und machten uns auf einen Spaziergang. Alle waren freundlich und schauten uns neugierig hinterher. Wir sahen uns die Schule an, 3 Klassenräume für Schüler bis zur 6. Klasse. Wäre da nicht der Fernsehapparat gewesen, hätte man denken können, dass es ein Museum von früher war. Wir sahen im vorbeigehen in den Laden für die Cubaner und da waren die Regale so gut wie leer. Wir sahen von alten, schlechten Holzhäusern bis zu richtig schönen gemauerten Häusern alles. Die meisten hatten einen kleinen Gemüsegarten und ein paar Hühner oder ein Schwein. Die Menschen waren sehr höflich, einige wollten uns in ihr Haus einladen und jemand wollte uns etwas von seiner Lebensmittelration verkaufen. Aber wir hatten genug gesehen und zogen uns zum Boot zurück. Am Samstag Abend trafen wir Segler uns an Bord eines der kanadensischen Boote und redeten uns alles von der Seele.
Von der Marina hatten wir eine Liste über sichere Ankerstellen an der Nordküste bekommen. Der Hafenmeister stellte eine Segelerlaubnis für den Abschnitt bis nach Havanna aus und der Hund durchsuchte nocheinmal unser Boot. Dann segelten wir weiter nach Manati, 58 Seemeilen wieter westlich. Wir kamen kurz vor Sonnenuntergang dort an und ankerten nach den Anweisungen des Hafenmeisters. Nun wurden 3 Mann und ein Hund von Küstenwache und Hafenbehörde zu uns gerudert. Wieder alle Papiere heraus und der Hund durchsuchte das Boot. Nun fragten die Herren was wir in Manati wollten und wie lange wir bleiben wollen. Wir dachten 2-3 Tage wären gut. Aber da wurden wir darüber informiert, dass wir nicht an Land gehen durften. Wir fragten, warum nicht? Und bekamen als Antwort, weil sie dort keine Marina haben?! Wir segelten am nächsten Morgen weiter. Nun wollten wir uns die Vögel auf Cayo Romano ansehen. Dort sollten tausende von Flamingos sein. Wir segelten in die Bahia Nuevitas um zu ankern. Ein Stück in die Bucht rein, wurden wir bei einem Posten der Küstenwache gestoppt. Wir gaben ihnen alle erforderten Informationen übers VHF und warteten dann, dass jemand zum Boot kommen sollte. Aber nichts geschah. Zum Schluss bekamen wir aber auf jeden Fall die Mitteilung, das wir in der Bucht sein dürfen. Aber das der Hafen komerziell ist und wir darum dort nicht hinsegeln können. Am nächsten Morgen suchten wir uns einen besseren Platz zum Ankern. Dann ruderten wir mit dem Beiboot an Land. Aber wir hatten es gerade an Land gehoben, als auch schon 3 Mann und Hund von der Küstenwache kamen und uns erklärten, dass wir nicht an Land gehen durfte. Wir baten die 3, das noch einmal zu überprüfen, wir hatten ja unsere Segelerlaubnis. Nein, wir durften nicht an Land gehen. Wir verstanden soviel, dass wir nicht an Land gehen durften, wo keine Marina war. Sehr enttäuscht ruderten wir zum Boot zurück. Wir sassen eine Weile sauer herum und segelten dann einfach weiter. Ein Stück westlich von der Bucht ankerten wir im Schutz von einem Korallenrev. Da ging unser VHF heiss, aber wir antworten nicht. Unser Anker bekam auf dem harten Boden keinen Halt und nach dem Abendessen machten wir uns wieder auf den Weg. Die nächste Marina, auf Cayo Guillermo, lag 97 Seemeilen weiter nach Westen. Auf dem Weg dorthin kamen wir wieder an einigen "All inclusive"-Hotells vorbei. Ausserhalb von Cayo Coco wurden wir von der Küstenwachen angerufen und gaben denen alle erforderlichen Informationen über Funk. Ein Stück weiter rief uns die Zentrale für den "Old Bahama Channel", eine schmale Passage zwischen Cuba und den Bahamas, an. Da wir keine genauen Angaben über die Einfahrt zur Marina hatten, fragten wir danach, wo wir nun schon mal die Gelegenheit hatten. Aber sie baten uns die Marina auf Kanal 16 anzurufen und dort bekamen wir mal wieder keine Antwort. Wir versuchten also auf eigene Hand einen Weg durch die Sandbänke zu finden. Aber auf halben Weg gingen wir auf Grund. Während wir versuchten wieder los zu kommen, tauchte ein Motorboot mit dem Marinachef auf. Sie zogen uns von der Sandbank und leiteten uns dann zur Marina. Dort waren wir die einzigen Gäste. Die anderen Boote machten nur Tagesausflüge mit Turisten. Man kontollierte wieder unsere Dokumente. Nun hatten wir ja jemanden zur Hand, der gut englisch sprach und wir fragten, warum wir nicht an Land gehen durften. Die Frage wurde an die Küstenwache weitergeleitet, und die bestätigten, dass wir nur an Land gehen durften wo es eine Marina gab. Warum, wille niemand beantworten. Überhaupt mochte man nicht darüber reden. In einer Marina konnte man dann ein Auto mieten und überall hinfahren wo man mit dem Beiboot nicht an Land gehen durfte! Wäre gut gewesen, wenn man uns das gleich von Anfang an gesagt hätte. Auch in der Broschüre "Cuba for Yachtsmen", die wir gleich am Anfang bekommen hatten, gab es darüber keine Information. Wir blieben nur ein paar Tage auf Cayo Guillermo. Wir sahen uns Flamingos und andere Wasservögel in kleinen Salzseen an und spazierten am Strand. Der Strand war traumhaft schön und das Wasser kristallklar. Aber da wir nicht so strandbegeistert sind, wurde es uns bald zu langweilig. Nun segelten wir in langsamen Tempo weiter nach Westen und ankerten jeden Abend für einen ruhigen Schlaf. An Land konnten wir nicht, da es überall Wachposten gab. Unsere Hoffnung, direkt mit den Leuten vom Land Geschäfte machen zu können, wurden dadurch sabotiert. Auch die Fischer hielten Abstand zu uns, die hatten wohl Angst, Probleme zu bekommen.
Die nächste Marina war in Varadero, wo wir am 6. April ankamen. Die Kanaleinfahrt war einfach zu finden. Aber zuvor machte sich die Küstenwache noch einen Spass um uns zu ärgern. Sie fuhren uns mit ihrem Kreuzer hinterher, machten die Sirenen an und versuchten gefährlich auszusehen. Nachdem wir über Funk mit ihnen geredet hatten, winkten sie uns fröhlich willkommen. Auch hier in Varadero mussten wir wieder durch die Behördenmühle inklusive Hund. Hier in der Marina lagen auch andere Segler und der Aufenthalt wurde mehr angenehm. Von Debby, die ihr Boot hier schon seit 8 Jahren hat, bekamen wir viele nützliche Tips. Das beste war aber, dass es hier eine normale Kleinstadt in Geh-Abstand gab. Dort konnten wir ohne Aufsehen herumlaufen, auf dem Markt einkaufen oder im Strassenkaffee sitzen. Natürlich schauten wir uns auch die fantastischen Strände von Varadero an. 20 Kilometer weisser Sandstrand und das Wasser in einer Farbe, wie man sie nur auf Ansichtskarten sieht. Wir sahen uns fasziniert alle die verschiedenen Transportmittel an. Pferdekutschen, alte amerikanische Autos, Lada, Moskvich und auch ein ganz Teil moderne Autos.
Am 13. April machten wir uns wieder auf den Weg um unser letztes Ziel, Havanna, anzulaufen. Bis zur Marina Hemingway, die ein Stück westlich von Havanna liegt, waren wir nur eine Nachtetappe entfernt. Jedenfalls bei gutem Wind. Aber durch die Nacht hatten wir nur schwache Winde und gegen Morgen als wir uns Havanna näherten, drehte der Wind auf Süd. Kurz vor Havanna trafen wir auf eine Flotte mit kleinen Fischerbooten und mussten Zickzack zwischen ihnen und den Fischgeräten durchsegeln. Ein Stück weiter machten wir so Bekanntschaft mit dem Golfstrom. Wind schräg von vorn und gegen den Golfstrom, nun brauchten wir fast ein Wunder um weiterzukommen. Wir machten gute Fahrt durchs Wasser, aber sobald der Wind etwas nachliess, schickte uns der Golfstrom rückwärts. Wir kamen auf jedenfall bei Sonnenuntergang in der Marina an und machten am Zollkaj fest. Nun gingen wir wieder durch die ganze Prozedur, nur auf den Hund verzichteten sie dieses Mal. Zum Schluss bekamen wir unseren Platz in der Marina. Die Marina Hemingway ist wie eine kleine Stadt. In einigen parallel laufenen Kanälen liegen die Boote längsseits am Kaj. Es gibt einige Hotells, Geschäfte, Geldwechsel und Restaurangs. Und so gibt es haufenweise Wächter. Jeder Schritt wird überwacht. Geht man zu einem anderen Boot oder zum einkaufen, rapportieren die Wächter über Funk zueinander und zur Zentrale. Will man in das Gebiet der Hotells, wird man gefragt wohin man will. Will man die Marina mit einem Rucksack velassen, muss man erst zum Zoll und alles zeigen.
Wir fuhren mit dem Turistbuss nach Havanna um uns einen Überblick zu verschaffen. Wo es dann interessant aussah, stiegen wir aus und spazierten auf eigene Hand umher. Die Altstadt ist sehr interessant mit ihren alten Häusern. Aber das meiste macht die Atmosphäre in den engen Gassen. Alles ist bis zum letzten Zentimeter bewohnt, auch wenn der Zustand der Häuser manchmal schlecht ist. Wir wanderten an 3 Tagen in verschiedenen Altstadtgebieten umher und es gab immerwieder etwas Interessantes zu sehen. An einem Tag kamen wir an einem Baumarkt vorbei, wo es so gut wie alles gab, aber nur für CUC. Ein Handtuchshalter, also eine Stange, die man an die Wand schraubt, kostete umgerechnet ca einen Monatslohn für einen Arbeiter. Auch in Stadtsteilen, wo sonst keine Touristen waren, waren alle sehr freundlich und wir konnten unbehindert umhergehen. An einem Tag kamen wir an eine offenen Wohnungstür vorbei. Dort lagen Bananen und ein bisschen Gemüse zum Verkauf, total illegal natürlich. Aber wir kauften einige Bananen für CUC worüber die Leute ganz aus dem Häuschen waren. Rolf bekam ständig Angebote von Frauen, die auf diese Weise das Einkommen der Familje verbesserten. Ganz normal auf Cuba, hat man uns erzählt. Transportmittel gab es verschiedene: Touristbusse, Linienbusse (meistens voll), Taxi, Schwarztaxi und per Anhalter. Einmal fuhren wir mit einem Plymouth von 1955, mit Originalmotor. Der Fahrer fuhr nur Seitenstrassen und bei jedem Polizeiauto wurde er nervös. Ansonsten machten wir ein Teil Spaziergänge in der Nähe der Marina. Man kann ja seine Kondition nicht ganz verfallen lassen. Einmal fuhr uns Norman von Canada mit seinem Auto zur Botschaft und zur Bank.
An einem Abend sass Rolf im Cockpitt, als ein Auto anhielt. Er sah, dass es keine Cubaner waren und winkte die Leute heran. Cubaner durften wir ja nicht an Bord bitten, aber bei anderen Ausländern sagten die Wächter nichts. Gerd, sein Sohn Kai und die Schwiegermutti Lourdes kamen gern an Bord und schauten sich unser kleines Reich an. Gerd arbeitet an der Deutschen Botschaft in Havanna. Und da er selbst von einem Segelabenteuer träumt sieht er sich gern bei den Booten um. Wir wollten unsere Unterhaltung gern fortsetzen und Gerd lud uns für den nächsten Abend ein. Wir wurden von ihm, seiner Frau Maritza und dem kleinen Kai abgeholt. Die Familie wohnt in einer der Wohnungen beim "Club Habana". Fantastische Wohnungen und ein herrliches Gelände um sich zu beschäftigen. Maritza und ihre Mama Lourdes kommen von Mexico und wir bekamen echte mexicanische Quesadillas zu essen. Lourdes schläppt das Tortillabrot immer mit sich, wenn sie von Mexico zurückkommt. Welch ein herrlicher Abend. Spontane Treffen sind fast immer die Besten.
Wind und Wetter machten, dass wir länger in Cuba blieben, als wir geplant hatten. Jeden Tag schauten wir auf die enormen Wellen im Meer, wenn Golfstrom und 25 knoten Wind aufeinandertrafen. An solchen Tagen könnte man leicht die Geduld verlieren. Eine amerikanische Mannschaft hatte kein Geld mehr und verkaufte einen Generator um die Marinarechnung bezahlen zu können. Nun war ausserdem bald der 1. Mai mit all den grossen Feierlichkeiten hier auf Cuba. Wir beschlossen am 30. April zu segeln. Der Wind hatte zwar noch immer die gleiche Richtung aber am Morgen war er schwächer und wir konnten von der Küste wegkommen, bevor die Hölle ausbrach. Das Ausklarieren war einfach und man verzichtete diesmal sogar auf den Hund. Als wir absegelten schaute man uns lange hinterher. Viele Cubaner wünschen sich unsere Freiheit.

Cuba weckte viel verschiedene Gefühle in uns. Mit meinem Hintergund in der alten DDR und Rolf, der auch viel in den Oststaaten gesehen und erlebt hat. Trotzdem waren wir nicht darauf vorbereitet, dass wir eine solche Unlust über all dieses in Cuba bekommen würden. Plötzlich war man wieder mittendrinn in der kommunistischen Hölle von totaler Kontrolle. Und in Cuba erlebten wir es irgendwie noch viel stärker. Wir durften unseren Computer nicht an Land mitnehmen, aber wenn es niemand sah, zeigten wir auf jedenfall unsere Bilder. Wir haben viele Stunden mit Gesprächen mit ganz verschiedenen Menschen verbracht. Alle wünschten sich sehr alt zu werden, damit sie die kommenden Veränderungen noch mit eigenen Augen sehen dürfen. Cuba ist ein armes Land und die vorige Orkansäsong var ein harter Schlag. Jedesmal wenn uns Leute von den Orkanen erzählten, fingen sie fast an zu weinen. Alle hoffen nie wieder so etwas erleben zu müssen. Auch wenn man vom Staat Hilfe bekommt um ein neues Haus zu bauen oder das Dach zu reparieren. Was wenn der Staat kein Geld mehr hat? Eine junge Mutti erzählte, dass es in dem Krankenhaus wo sie ihr Baby bekam, kein Wasser zum Duschen gab. Ihre Familie nahm Wasser von zu Hause für sie mit. Ja, Ausbildung und Gesundheitswesen sind frei. Aber was bekommt der normale Cubaner dort. Medikamente sind eine Mangelware, aber man kan sie in speciellen Touristapotheken kaufen. Auch Krankenhäuser gibt es specielle für Touristen. Eines Abends passte es, dass ein Wächter zu uns ins Boot schleichen konnte, er hatte viele Jahre als Wächter gearbeitet und hatte noch nie ein Boot von innen gesehen. Bevor wir nach Cuba gefahren sind, hatten wir kleinere Geschenke wie Seife, Schampoo, Zahnpasta, Zahnbürsten und ähnliches gekauft. Schön den Menschen eine kleine Freude machen zu können. Aber als wir dann alles sahen kamen uns diese Kleinigkeiten so ungenügend vor.
Wir haben von anderen Seglern Berichte bekommen, dass es freier ist auf der Südseite von Cuba zu segeln.
Wie auch immer, Cuba ein schönes Land mit warmherzigen Menschen.

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Bermudas (11.Mai - 18.Mai 2009)

Unsere Etappe zu den Bermudas begann erträglich. Aber gegen Mittag bekamen wir mehr Wind, der gegen den Golfstrom wehte. Die Wellen wuchsen schnell und waren so kurz, das das Segeln sehr anstrengend wurde. Die Wellen spülten immer wieder über unser Boot und wir waren total durchnässt. Natürlich kommt bei solchen Mengen auch immer etwas Wasser unter Deck. Einen Tag lang war die Hölle los, dann kamen wir weit genug nach Norden, wo der Golfstrom seine Richtung nach Norden ändert. Zwischen Florida und den Bahamas hatten wir einen herrlichen Abschnitt. Es ging schnell und da waren kaum Wellen. Nördlich von den Bahamas hatten wir dann Wind von NO - O. Das machte die Reise nicht gerade bequem, ausserdem hatten wir Wellen von zwei Richtungen. Aber nach ein paar Tagen hatten wir uns daran gewöhnt und die Rutinen funktionierten gut. Als wir uns den Bermudas näherten, riefen wir über Funk und meldeten uns an. Bermuda Radio ist unglaublich hilfsbereit und hat eine unentliche Geduld. Über VHF stimmten wir unsere Seekarten ab und bekamen Tips für die Einseglung. Dann fragten sie uns ausführlich nach unserer Sicherheitsausrüstung. Wir kamen mitten in der Nacht nach St. George und gingen durch den "Town Cut Channel" in den Hafen. Alles war sehr gut gekennzeichnet und gab keine Probleme.
Um 4:00 Uhr morgens hatten wir in der Quarantäne-Bucht geankert. Wir schalteten das Funkgerät ab und schliefen tief und fest. Gegen 10:00Uhr wurden wir von einem aufdringlichen tuten und rufen geweckt. Das Pilotboot versuchte uns wach zu bekommen, wir sollten zum Einklarieren erscheinen. Die Formulare waren schnell ausgefüllt und wir konnten uns einen Ankerplatz nach unserem Geschmack aussuchen. St. George ist ein hübscher kleiner Ort, ganz im alten englischen Stil erhalten. Aber wir haben nicht so viel Geduld damit, wir wollen so schnell wie möglich weiterkommen. So wie es jetzt aussieht, können wir am 18. Mai starten.

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Nord-Atlantic (18.Mai - 8.Juni 2009)

Den 18. Mai begannen wir damit unsere Wassertanks zu füllen. Anschliessend fuhren wir zum Behörden-Kaj und liessen unsere Papiere für die Abreise fertigmachen. Kurz vor Mittag konnten wir dann "Bermuda Radio" mitteilen, dass wir für die Abreise fertig waren. Der Kanal ins Meer hinaus war frei und man wünschte uns eine angenehme Überfahrt. Wir begannen die Reise mit schwachen Winden, was uns gleich wieder viel Geduld abverlangte. Dann kam ein Tag mit gutem Wind und anschliessend wieder ein paar mit leichten Winden, wir waren einem Hochdruckgebiet zu nahe gekommen. Während unserer ersten Nacht auf See konnten wir den Start einer Raumfähre von den USA beobachten. Der Himmel war klar und wir konnten ihr mit den Augen folgen, bis sie die Umlaufbahn der Raumstation erreichte. Dann konnten wir auch einen Augenblick lang die Raumstation sehen. Das war aufregend!
Am 5. Tag, während wir mit 2,5 knoten schlichen, sahen wir ein anderes Segelboot. Die waren aus Norwegen und fuhren an uns motorsegelnd vorbei. Das war fast schon deprimierend. Aber wir hatten auf dem Wetterfax gesehen, dass eine Änderung bevorstand. Nach 2 Tagen zog ein Tiefdruck vorbei und gab uns Windstärken von ca 30 knoten (Beaufort 7). Nun segelten wir einen neuen Rekord für eine Tagesetappe. Wir segelten nur mit unserem Genua II ganze 153 Seemeilen. Mit dem Wind kam auch eine furchtbare Kälte (17 grad Celsius). Lange Unterhosen und dicke Decken wurden eilig aufgepackt. Dann hatten wir wieder einen Tag mit beinahe Windstille, aber das nächste Tiefdruckgebiet lauerte schon. Diesmal gab es eine "Gale-Warnung", was Wind zwischen 35 und 45 knoten bedeutete. Wir können die Windstärke zwar nicht messen, aber wir hatten so ungefähr 36 knoten Wind. Zum Glück kam der Wind von Südwest und mit unserer kleinsten Fock, folgten wir mit. Nach dem harten Wetter kam wieder ruhiges Wetter, gefolgt von hartem Wetter. Diesesmal bekamen wir fast 2 Tage lang 26 - 40 knoten starken Wind von vorn. Es regnete zeitweise stark und die Sicht war sehr schlecht. Da hofft man immer, dass kein anderes Boot in der Nähe ist. Aber auch dieses Unwetter zog vorbei und ersetztes mit schwachem Wind. Und wir hatten extra die nördliche Rute gewählt um Windstille und zu leichte Winde zu umgehen. Aber wir bekamen dann entlich einen stabilen westlichen Wind und mit beiden Segeln, je zu einer Seite, konnten wir fast drei Tage ununterbrochen segeln. Dann kam ein Tag mit beinahe Windstille und leichtem Wind aus Norden, was uns vor einem neuen Tiefdruck warnte. Diesesmal bekamen wir nur 20 -25 knoten und nach beinahe exakt 3 Wochen konnten wir in Horta, auf der Insel Fajal, Azoren, einlaufen. Mit dem Fischen hatten wir dieses Mal kein Glück. Ein grosser Fisch biss an, nahm aber dann den Köder mit sich. Wir sahen Wal in der Ferne und bekamen zwischendurch von Delfinen Besuch. Nachdem andere Segler von einem reichen Tierleben auf dieser Etappe gesprochen hatten, waren wir ziemlich enttäuscht. Die letzten Tage auf See, waren wir gezwungen, mehr vorsichtig zu sein. Die unteren, vorderen Wanten waren beschädigt. Auf einer Seite waren drei von den Drähten abgegangen.
Da wir immernoch mit einfachen Vorsegeln segeln, haben wir auf dieser Etappe oft die Segel wechseln müssen. Die Strecke Bermudas - Azoren wird oft diskutiert und wir machten uns auch ein ganz Teil Gedanken. Aber eigentlich war es gar nicht so anstrengend. Wenn wir nur nicht so gefroren hätte.

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Azoren (8. Juni - 21.Juni 2009)

Unglaublich, wieviele Boote schon in Horta waren oder fast gleichzeitig mit uns ankamen. Dabei hatten wir auf der ganzen Strecke nur zwei andere Seegelboote gesehen. Im Hafen in Horta war alles gut organisiert. Man wiess uns auf einen Plats beim "Check-in-Kaj" und das Einklarieren ging schnell, obwohl da eine Schlange mit Segler war. Zum letzten mal auf dieser Reise nahmen wir die gelbe Flagge herab und fuhren zu unserem Platz in der Marina. Gut, dass wir ein kleines Boot haben. Wir bekamen Platz weit drinnen an einem Fingerponton. Wir wurden nicht gerade trauriger als wir entdeckten, dass das drahtlose Internet vom Café auf der anderen Seite, bis zu unserem Boot reichte und ausserdem kostenlos war. Nach dem Abendessen glitten wir in unsere Kojen und schliefen ca 14 Stunden ununterbrochen. Welch ein Luxus, so lange schlafen zu dürfen, wie man will. Am nächsten Tag schraubten wir die Wanten los und gingen damit zum Geschäft für Bootzubehör. Welch ein Schock, die wollten für die Wanten und Befestigungen ganze 600€ plus Mehrwertsteuer. Zum Glück erzählte uns ein anderer schwedischer Segler, dass man bei Hjertmans in Göteborg viel billiger bestellen konnte. Das machten wir dann auch zum Schluss und bezahlen mit Fracht nur ungefähr die Hälfte. Während wir nun auf die Teile warten, haben wir mehr zu tun. Saubermachen, reparieren, alles kontrollieren und natürlich Erfahrungen austauschen. Wir vertreiben die restliche Zeit mit Spaziergängen in der näheren Umgebung. Alle Einkäufe sind erledigt und sobald die Wanten angekommen sind, segeln wir weiter. Eigentlich schade, dass wir nicht genug Zeit haben, die Inseln zu erforschen. Es gefällt uns sehr gut hier. Naja, vielleicht ein anderes Mal.

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Etappe von den Azoren nach Warnemünde (21. Juni - 19.Juli 2009)

Am 21. Juni waren wir entlich soweit, dass wir absegeln konnten. Wir kreutzten uns von den Azoren frei und nahmen Kurs auf den Ärmelkanal. Die ersten Tage bescherten uns nördliche Winde und eine unruhige See machte den Start nicht so angenehm. Aber wir kamen ja unserem Ziel näher und wir waren zufrieden. Dann bekamen wir einen Tag mit Flaute und ganz schwachen Winden, was uns viel Geduld kostete. Am 6. Tag kam ein Tief und wir bekamen westliche Winde. Nun ging unser Autopilot mal wieder in Streik. Rolf versuchte noch mal Leben in ihn zu bekommen, aber vergebens. Nun taugte er nur dazu die Ruderpinne in einer Lage zu halten. Das Tief zog gerade über uns rüber und der Wind drehte von Südost auf Nordwest. Ein paar Wale und Delfine sahen wir beinahe täglich. Einem Wal kamen wir ziehmlich nahe, der schien zu schlafen. Als wir über den Kontinentalsockel segelten bekamen wir mit hohen Wellen zu tun. Das ganze beruhigte sich zum Glück recht bald. Nun hatten wir den Ärmelkanal erreicht. Das schöne segeln vom Atlantik war über. Wir bekamen zum Glück südwestliche Winde und die kurzen Wellen machten uns nicht so viel. Raymarine hat seinen Sitzt in Portsmouth in England. Dort haben sie auch ein Servicecentrum. Also bestimmten wir uns für eine Zwischenlandung. Wir kamen morgens in der Marina an, holten uns etwas Geld von der Bank und fuhren mit Fähre und Zug zu Raymarine. Dort legten wir unseren auseinandergebauten Piloten auf den Tisch und erklärten der jungen Dame unsere Lage. Von der Garantiezeit war noch ein Monat übrig aber ich glaubte nicht, dass sie uns auf Garantie helfen würden. Aber die freundliche, junge Dame schrieb nur einen Bericht und sammelte alle Teile zusammen. Sie versprach uns, sich darum zu kümmern, dass die Reparatur schnell geht. Das war am 7. Juli. Am Morgen des 9. Juli, klingelte das Telefon und eine freundliche Stimme teilte uns mit, dass wir unseren Pilot abholen können. Unseren alten Piloten haben sie nicht reparieren können aber wir bekamen einen Neuen. Sie hatten ja gesehen, welche Probleme wir fast von Anfang an gehabt hatten.Überglücklich fuhren wir zum Boot zurück und mit der nächsten Tide segelten wir ab.  Die Freude war aber nicht von langer Dauer. Schon nach ein paar Stunden gab der Pilot ein furchtbares Geräusch von sich. Also wieder raus mit dem Schraubenzieher und Teile austauschen. Nun kann Rolf mit Service von diesen Piloten anfangen.
Im Ärmelkanal kann man nie abschalten. Es ist immer viel Verkehr und das Wetter kann sich schnell ändern. Dieses mal hatten wir uns für die Englische Küste entschieden. An Dover kamen wir ohne Probleme vorbei, Rotterdam überlebten wir. Als wir an Hollands nordwestlicher Küste vorbeisegelten kam wieder ein Tief. Nicht viel Wind aber dafür um so mehr Regen. Nun versprachen die Wetterfrösche Windstärke 3-4 von Südwest. Fantastisch! Aber wo war der Wind? Die restliche Strecke bis nach Helgoland nahm viel Zeit in Anspruch. Wir kamen trotzdem an und der Hafen auf Helgoland war wie immer übervoll. Wir blieben nur einen Tag, dann war die Lage für die weitere Reise gut. Diesesmal wollten wir nicht wieder dort hängen bleiben. Wir segelten am Abend ab und über Nacht in die Elbe und nach Brunsbüttel. In der Elbe hielten wir uns so weit wie möglich an der Seite. Einmal allerdings zu weit, da war dann plötzlich stopp. Zum Glück hatten wir auflaufendes Wasser und nach 10 Minuten segelten wir wieder. In der Schleuse waren wir ganz allein, es war noch zeitig am Morgen. Wir suchten uns einen Platz in der Marina in Brunsbüttel und blieben einen Tag liegen. Wir erledigten ein paar Einkäufe, gönnten uns eine warme Dusche und schliefen so viel wir konnten. Zeitig am nächsten Morgen brachen wir auf und fuhren den Kielkanal ab. Zeitweise regnete es ganz schön. Am Abend ankerten wir in einem kleinen See kurz vor Kiel. Am Vormittag des 18. Juli liessen wir uns aus dem Kanal in die Ostsee ausschleusen. Schluss mit Ebbe und Flut. Nachts um 2 Uhr waren wir dann in Warnemünde im Yachthafen "Hohe Düne".
In den nächsten Tagen bekommen wir nun Besuch von lieben Freunden und Verwandten.

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Etappe von Warnemünde nach Gävle in Schweden (22.Juli - 29. Juli 2009)

Unser Aufenthalt in Warnemünde blieb kürzer als geplant. Die Wetterrdienste drohten mit schlechtem Wetter zum Wochenende und das hätte bedeutet, dass wir noch eine Woche extra im Yachthafen hätten liegen müssen. Das wäre zu teuer geworden und ausserdem wollten wir ja spätestens zum Monatsende in Schweden zu Hause sein. Da gab es also nicht viel zu überlegen. Wir segelten in leichten Winden Abends los. Später bekamen wir angenehme Süd-West Winde und die Seemeilen rollten. Auf halbem Weg nach Schweden,trafen wir plötzlich auf enorme Mengen Insekten. Da waren Schmetterlinge, Blumenfliegen, Wespen und Marienkäfer. Die waren mit dem Wind geflogen und landeten leider oftmals im Wasser. In Kalmar hatten wir uns mit einem anderen schwedischen Seglerpaar verabredet, das wir in Brasilien kennengelernt hatten. Die beiden waren schon im Juni nach Hause geflogen. Als wir Abends in Kalmar ankamen, war die Marina schon voll belegt. Aber wir bekamen Platz an der Seite eines finnischen Segelboots. Das Paar an Bord will im nächsten Jahr zu einer längeren Segeltur aufbrechen und wir hatten viel zu erzählen. Dann kamen Eva und Magnus zu Besuch. So schön sich wieder zu sehen, wir haben so viele gemeinsame Erinnerungen. Kalmar war der erste schwedische Hafen für uns und wir guckten ganz erstaunt nach den vielen schwedischen Booten. Ach ja, nun waren wir ja zurück in Schweden, kaum zu glauben! Am nächsten Morgen, den 25. Juli segelten wir weiter nach Norden. In Öregrund machten wir eine kurze Pause um frische Lebensmittel einzukaufen. Das war mein erster Besuch in einem schwedischen Geschäft nach diesen zwei Jahren. Ich lief im Geschäft herum und wusste einfach nicht, was ich kaufen sollte. Die Preise sind seit unserer Abreise auch um einiges gestiegen. Nach guten zwei Stunden war alles erledigt und wir fuhren in Richtung Eggegrund weiter. Dort hatten wir für den nächsten Tag ein Treffen mit Segelfreunden vereinbart. Wir kamen um 23:45 Uhr am 28. Juli dort an. Ein herrliches Gefühl, nun waren wir so gut wie zu Hause. Es dauerte lange bis wir entlich einschlafen konnten. So viele Gedanken, die uns durch den Kopf gingen.
Am nächsten Morgen setzten wir alle unsere Gästefahnen von den Ländern, die wir besucht hatten. Die Leute in den anderen Booten schauten uns erstaunt an. "Seid ihr da überall gewesen?" - Ja. "Mit dem Boot hier?" - Ja!
Wir trafen alte Bekannte auf der Insel und warteten gespannt auf unsere Freunde. Nun war kaum noch ein Platz zum Anlegen frei. Da kam der Seenotkreuzer. Und als sie näher kamen, sahen wir, das Kurt, Olle und Arthur mit an Bord waren. Da hatten sie uns aber reingelegt. Am späten Nachmittag segelten wir dann ab für unsere letzte Etappe. Wir konnten uns an unseren Heimatgewässern kaum satt sehen und vergassen die Zeit. Durch die Einfahrt zur Gävlebucht mussten wir, wie immer, kreuzen. Dort hiessen uns Ola und Familie mit schwedischen Fahnen willkommen. Dann bogen wir in die Engesbergsbucht ein, segelten am Bootclub Huseliiharen vorbei. Oj, wie unsere Herzen schlugen. Wir nahmen die Segel herunter und legten in der Bootwerft in Engesberg an, am Abend des 29. Juli 2009. Von dort waren wir vor 2 Jahren, 1 Monat und 27 Tagen abgesegelt.
Ja und nun 16844 Seemeilen später waren wir allso wieder zu Hause.
Wir hatten für unsere Ankunft keine Reklame gemacht. Aber es hatte sich doch herumgesprochen und wir wurden herzlich empfangen. Nun war unser Segelabenteuer allso zu Ende, wir konnten das nicht begreifen.
Zu Hause in Nås war die Wildnis bis in den Garten gewachsen. Aber wir machen so viel wir möchten, einen Schritt nach dem anderen. Dabei versuchen wir Gefühlsmässig auf die Reihe zu kommen, mit all unseren Erinnerungen und Erlebnissen wird das wohl dauern.

Wir beantworten gern Fragen über unsere Reise, Planung und Ausrüstung. Meldet euch einfach über e-mail.